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Star-Geigerin Anne-Sophie Mutter kritisiert Corona-Politik

Dialog mit Politik ohne Erfolg : Star-Geigerin Mutter kritisiert Corona-Politik als „kulturverachtend“

Star-Geigerin Anne-Sophie Mutter ist enttäuscht und verärgert über den Umgang mit Künstlern während der Corona-Krise. Sie warnt zudem vor den tragischen Folgen des Lockdowns.

„Das Leben von Künstlern ist in diesem Jahr so eingeschränkt worden, dass man von einem Berufsverbot, von einem Kulturverbot sprechen kann“, sagte sie der „Welt am Sonntag“.

Die Künstlerin, die im Alter von 13 Jahren von Herbert von Karajan entdeckt und gefördert wurde und heute zu den bekanntesten klassischen Musikerinnen der Welt gehört, sagte weiter, sie habe sich zunächst bemüht, mit der Politik ins Gespräch zu kommen und sich unter anderem an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) gewandt. „Ich hatte gehofft, dass die direkte Kommunikation mit der Politik mehr in Bewegung bringen könnte. So war es nicht.“

Die Politik habe sich mit der Zeit „immer stärker als kulturfern, geradezu als kulturverachtend“ gezeigt. Das sei besonders schmerzhaft gewesen angesichts der vielen Pilotstudien, Gutachten und Konzepte, die mehr Öffnungen im Kulturbereich erlaubt hätten. Daher habe sie sich, so Mutter weiter, auch der Initiative „Aufstehen für die Kunst“ angeschlossen, die eine Verfassungsbeschwerde beim Verfassungsgericht eingereicht hat.

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Die Musikerin warnte vor tragischen Folgen des monatelangen Kultur-Lockdowns: „Einige von uns gibt es gar nicht mehr.“ Ganze Orchester und Ensembles seien „auseinandergefallen“. Die Krise führe zum „Sterben einer kulturellen Vielfalt, die ja nicht an einem Tag entstanden ist. Die zweite Tragödie ist, dass eine junge Generation Musikstudenten es sich jetzt noch mal gut überlegt, ob sie diesen ohnehin schon schwierigen Weg gehen wollen, der offenbar so wenig Rückhalt bekommt.“

(hebu/kna)