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Spitzenorchester bei den Heinersdorff-Konzerten

Gastkonzerte : Kronjuwelen der Sinfonik

In der kommenden Saison gastieren bei den Heinersdorff-Konzerten Spitzenorchester aus Pittsburgh, Wien, Rom und London.

Manchmal gibt es solche heiß-innigen Momente, und man muss kein Kenner der Materie sein, um diese Emotionen direkt zu spüren: Ein Orchester gastiert in einer fremden Stadt, und dort branden ihm derartige Sympathien entgegen, dass sie fast einem Antrag auf Adoption gleichkommen. Das erlebten die Musikfreunde vor einiger Zeit beim Gastkonzert des Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia aus Rom unter Leitung seines wunderbaren Chefdirigenten Antonio Pappano. Der Beifall hinterher war beinahe orgiastisch, er signalisierte: Diese Römer mögen bald wiederkommen!

Dieser Wunsch geht bereits in der kommenden Spielzeit in Erfüllung – und zwar am 20. Januar 2020. Während in jenem Konzert Anne-Sophie Mutter die Geigensolistin des Konzerts war, ist nun ihre Kollegin Janine Jansen mit den Römern auf Tour. In Düsseldorf spielt sie das Violinkonzert e-Moll von Mendelssohn, nach der Pause bedankt sich „Santa Cecilia“ für die Düsseldorfer Zuneigung mit einem Gastgeschenk: der Sinfonie Nr. 2 C-Dur des Wahl-Düsseldorfers Robert Schumann.

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Die Römer sind eines der drei internationalen Spitzenorchester, die in der kommenden Spielzeit bei den Düsseldorfer Heinersdorff-Konzerten auftreten und abermals eine Skyline von drei Leuchtturm-Konzerten errichten. Eröffnet wird die Renommier-Serie, die sich ausschließlich für RP-Abonnenten mit „Premium Card“ auch als separates Abonnement buchen lässt, vom Pittsburgh Symphony Orchestra. Dieses großartige Ensemble ist der beste Beweis dafür, dass sich der legendär-traditionelle Begriff von den „Big five“, den fünf famosen US-amerikanischen Spitzenorchestern (Boston, Chicago, Cleveland, Philadelphia, New York), nicht mehr halten lässt. In Pittsburgh wurde immer schon Musik auf erlesenem Niveau gemacht. Seit 2008 ist Manfred Honeck Chef in Pittsburgh, ein Dirigent, der seine musikalische Karriere als Bratscher bei den Wiener Philharmoniker begann.

In Düsseldorf sind die Pittsburgher am 8. November 2019 mit einem weiteren hiesigen Publikumsliebling zu Gast: dem Pianisten Igor Levit. Er spielt Mozarts Klavierkonzert Nr. 22 Es-Dur. Höhepunkt des Abends dürfte die Aufführung der virtuosen und vielschichtigen Symphonie Nr. 5 d-Moll von Dmitri Schostakowitsch sein.

Das dritte Leuchtturm-Konzert gestaltet das famose London Philharmonic Orchestra unter Leitung von Robin Ticciati, einem Senkrechtstarter unter den jungen Pultstars der Gegenwart. Der 1983 in London geborene Künstler wird in Düsseldorf ein unterschätztes Meisterwerk Beethovens dirigieren: das Tripelkonzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester C-Dur. Die Solo-Besetzung wird sich hören lassen können: Anne-Sophie Mutter (Violine), Pablo Ferrández (Violoncello) und Khatia Buniatishvili (Klavier). Nach der Pause dann ein Werk aus dem Kronjuwelenschatz der Spätromantik: Gustav Mahlers Symphonie Nr. 1 D-Dur.

Über die Reihen verteilen sich bei Heinersdorff neben diesen Spitzenorchestern weitere kostbare Gastgeschenke. Das russische Nationalorchester kommt mit dem Pianisten Mikhail Pletnev und Tschaikowskis erstem Klavierkonzert b-Moll, die Wiener Symphoniker huldigen mit dem Pianisten Rudolf Buchbinder ausschließlich Beethoven, das exzellente hr-Sinfonieorchester Frankfurt bietet Brahms und Strauss, das Bruckner-Orchester aus Linz natürlich Bruckner. Die weiteren Gast­orchester kommen aus Straßburg, Moskau, London (Academy of St. Martin), Bamberg.

Ein besonderer Reiz geht von einigen der weltbesten Kammerorchestern aus, die in Düsseldorfs Tonhalle gastieren: die Amsterdam Sinfonietta, das Zürcher Kammerorchester (mit dem Geiger Daniel Hope), das Orpheus Chamber Orchestra aus New York und die Kammerakademie Potsdam (mit Ute Lemper).

In der Reihe „Piano solo“ dürfen sich die Musikfreunde auf Jan Lisiecki, Seong-Jin Cho (der vor vier Jahren den Warschauer Chopin-Wettbewerb gewann), David Fray (den grandiosen jungen Franzosen, der die „Goldberg-Variationen“ spielen wird) und Altmeister Grigory Sokolov freuen. Eine Generation jünger sind die Pianisten der Reihe „Talente entdecken“.