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Sex Pistols: Prozess um Songrechte in TV-Serie „Pistol“

Zerstrittene Kult-Band : Sex Pistols streiten vor Gericht über Songrechte

Die Memoiren von Gitarrist Jones sind Grundlage einer TV-Serie, die Regisseur Danny Boyle verfilmt. Sänger Lydon will verhindern, dass darin Musik der Band zu hören ist.

Eine Fernsehserie über die britischen Punkrocker Sex Pistols hat zwei ohnehin zerstrittene Bandmitglieder nun vor Gericht geführt. Sänger John Lydon alias Johnny Rotten hat Einspruch dagegen erhoben, dass in der bei Regisseur Danny Boyle („Trainspotting“, „Slumdog Millionaire“) in Arbeit befindlichen Serie „Pistol“ Songs der Punklegende aus den 1970er Jahren verwendet werden. Die TV-Serie basiert auf den Memoiren von Gitarrist Steve Jones, „Lonely Boy: Tales from a Sex Pistol“.

Lydons Anwalt Mark Cunningham verwies bei einer Anhörung am Freitag auf eine Passage, in der Jones den Sänger als „lästigen kleinen Rotzlümmel“ („annoying little brat“) bezeichnet. Auf die Frage, ob er Lydon nicht leiden könne, antwortete Jones: „Ich schätze ja.“ Die beiden hätten seit 2008, der letzten Reunion-Tour der Sex Pistols, kein Wort mehr miteinander gewechselt. In seinem Buch gebe es aber auch „eine Menge Lob“ für Lydon, sagte er und wies die Vermutung des Anwalts zurück, er missgönne Lydon, dass dieser das prominenteste Mitglied der Sex Pistols sei.

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Lydon hat das TV-Projekt als „respektlos“ abgeschmettert und vertritt den Standpunkt, ohne seine Zustimmung könnten Songs der Band nicht verwendet werden. Jones und Schlagzeuger Peter Cook sind dagegen überzeugt, die Lizenzierung der Musik könne von der Mehrheit der Bandmitglieder erteilt werden. Auch der erste Bassist der Band, Glen Matlock, und die Nachlassverwalter seines 1979 verstorbenen Nachfolgers Sid Vicious unterstützen diese Position.

Die Sex Pistols wurden im Jahr 1975 gegründet. Sie sorgten damals mit wilden Nummern wie „God Save The Queen“ und „Anarchy in th U.K.“ sowie einem wilden Auftreten für Skandale. 1978 löste sich die Band auf; sie hatte ein einziges Album herausgebracht. Danach gab es bis 2008 noch verschiedene Reunion-Tourneen.

(mba/dpa)