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Nachruf auf die „Königin der Koloratur“: Edita Gruberová ist tot

Nachruf auf die „Königin der Koloratur“ : Sopranistin Edita Gruberová gestorben

Die slowakische Sopranistin Edita Gruberova ist tot. Die wunderbare Künstlerin, die Technik mit Musikalität grandios verband, wurde 74 Jahre alt. Sie starb am Montag in Zürich, wie ihre Familie über die Münchner Agentur Hilbert Artists Management mitteilen ließ.

Als der Dirigent Georg Solti 1979 ins Studio ging, um Richard Strauss‘ Oper „Ariadne auf Naxos“ aufzunehmen, traf er die beste aller Entscheidungen: Die legendäre, hochvirtuose Partie der Zerbinetta sollte Edita Gruberová singen, die slowakische Koloratursopranistin. In dieser Partie war sie fast konkurrenzlos, eine Zwitschermaschine mit Seele, eine Artistin mit Herz. Solti liebte es, Sänger zu disziplinieren und zu züchtigen, bei der Gruberová war das nicht nötig.

Die Sängerin war 1946 in Bratislava zur Welt gekommen. Sie wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Der Vater trank, zur Mutter entwickelte sie ein enges Verhältnis. Ihre Flucht aus der oft harten Realität war das Singen – zu Hause, im Schulchor und im Rundfunkkinderchor. Schon früh merkten die Experten, welche Perlen die Künstlerin aufzufädeln verstand. An der Wiener Staatsoper debütierte sie 1970 in Mozarts „Zauberflöte“ als Königin der Nacht. 1974 sang sie in dieser Rolle erstmals an der Bayerischen Staatsoper. Was es da im dreigestrichenen Bereich an Spitzentönen zu pflücken gab, das erntete sie schier ohne sonderliche Anstrengung. Jetzt ist die wunderbare Künstlerin, die Technik mit Musikalität grandios verband, im Alter von 74 Jahren in Zürich gestorben.