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Marius Müller-Westernhagen hält Tour in diesem Jahr für „unrealistisch“

Pfefferminz-Experiment : Westernhagen hält Konzerte in diesem Jahr für „unrealistisch“

Wird Marius Müller-Westernhagen sein „Pfefferminz-Experiment“ auf die Bühne bringen oder nicht? Genau weiß es niemand. Unterdessen hat der Musiker eine ganz andere Botschaft an seine Fans.

41 Jahre nach der Veröffentlichung seines großen Durchbruchs hat Marius Müller-Westernhagen das Album „Mit Pfefferminz bin ich Dein Prinz“ erneut aufgenommen. „Das Pfefferminz-Experiment“ erschien Ende 2019, und eigentlich stand dieser Tage eine Tour an. Dann kam das Coronavirus. Allerorten streichen Veranstalter Konzerte oder verschieben sie, manchmal fließen die Informationen nur spärlich. Nun meldet sich der Musiker auf seiner Facebook-Seite zu Wort.

„Ich halte es für eindeutig unrealistisch, dass in diesem Jahr irgendein Konzert, bei dem so viele Menschen zusammenkämen, durchgeführt werden kann“, so Westernhagen. Er würde nicht damit leben können, wenn sich Fans dabei mit dem Coronavirus ansteckten und womöglich ihr Leben ließen.

Zudem hat die Pandemie logistische Probleme für Westernhagens Band mit sich gebracht. Einer seiner Musiker sei in London, drei weitere in den USA, einer von ihnen, der Gitarrist Larry Campbell, sei zwischenzeitlich sogar schwer an Covid-19 erkrankt.

Westernhagen selbst sitzt in Südafrika fest. Nach eigenen Angaben sollte es bereits vier Mal zurück nach Deutschland gehen, doch jedes Mal wurde der Flug gestrichen. Nun hofft der Musiker auf den kommenden Montag.

Für den Fall einer kompletten Konzertabsage spricht Westernhagen sich gegen eine Gutscheinregelung aus. „Warum solltet ihr ein Jahr auf die Erstattung eurer Konzertkosten warten oder ein Konzert besuchen müssen, für das ihr keine Tickets erworben habt?“, fragt er. Westernhagen zufolge schützt die Verordnung lediglich die Veranstalter, nicht aber die Künstler.

Seine Kernbotschaft dreht sich jedoch nicht ums Musikgeschäft, sondern um Rassismus. „Was ich den letzten Tagen gelernt habe, ist, dass es nicht reicht, kein Rassist zu sein“, schreibt Westernhagen mit Blick auf die USA. Weiße hätten das Problem geschaffen und geduldet und müssten nun „aktiv an der Beendigung dieser menschenverachtenden Politik arbeiten“.

<aside class="park-embed-html"> <div id="fb-root"></div> <script async="1" defer="1" crossorigin="anonymous" src="https://connect.facebook.net/de_DE/sdk.js#xfbml=1&amp;version=v7.0" nonce="z4AlJgPf"></script><div class="fb-post" data-href="https://www.facebook.com/westernhagen.de/posts/4431609636856590?__tn__=K-R" data-width="552"><blockquote cite="https://www.facebook.com/westernhagen.de/posts/4431609636856590" class="fb-xfbml-parse-ignore"><p>Ihr Lieben, „The Land of the Free“ is burning. Nach meiner Meinung logisch und nachvollziehbar. Der Psychopath im...</p>Gepostet von <a href="https://www.facebook.com/westernhagen.de/">Westernhagen</a> am&nbsp;<a href="https://www.facebook.com/westernhagen.de/posts/4431609636856590">Mittwoch, 3. Juni 2020</a></blockquote></div> </aside>
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Der 71-Jährige begrüßt, dass es auch in Deutschland Demonstrationen gegen Rassismus gibt. Gleichzeitig stellt er klar, dass Weiße sich das Leiden von Schwarzen nicht vorstellen können. „Ich habe durch die Tränen, die Verzweiflung und die maßlose Wut meiner Frau und anderer schwarzer Freunde in dieser Zeit erfahren müssen, dass diese Haltung ignorant ist“, schreibt er. „Wir Weiße sind seit unserer Geburt privilegiert.“

Westernhagen ist seit knapp drei Jahren mit der südafrikanischen Sängerin Lindiwe Suttle verheiratet. Zuvor war er 25 Jahre lang mit der Amerikanerin Romney Williams liiert.