Kraftklub-Konzert 2018 in Düsseldorf: Wie Kraftklub durch mein Leben rockt

Ein Fan erzählt: Wie Kraftklub durch mein Leben rockt

Am Freitagabend spielt die Band Kraftklub in Düsseldorf. Unsere Autorin erzählt, warum sie sich auf ihren dritten Besuch bei der Chemnitzer Rockband freut und wie die frechen Songs über Freundschaft, Liebe, Party und Herzschmerz ihr Leben schöner machen.

Meine Kraftklub-Story begann irgendwann im Jahr 2012 mit dem Album "Mit K". Als Radiohörer konnte man sich dem Ganzen, selbst wenn man es gewollt hätte, einfach nicht mehr entziehen. "Songs für Liam" wurde auf so ziemlich jedem Sender rauf und runter gespielt. Und spätestens bei der wohl bekanntesten Zeile des Songs "Und wenn du mich küsst…" hat sich (behaupte ich) wohl jeder schon einmal beim Mitsingen erwischt. Ich wusste schnell: Das kann man sich gut anhören.

Kurze Zeit später wurde "Ich will nicht nach Berlin" veröffentlicht. Dass ich in diesem Sommer sogar für ein paar Tage in Berlin war und mit vielen Berlinern im Fritzclub zu genau diesem Song die Nacht zum Tag gemacht habe, war da fast schon Ironie des Schicksals. Auch der emotionale Song "Melancholie" hat bis heute einen festen Platz in meiner Playlist - denn er ist für mich wie die Band selbst: angenehm anders und trifft trotzdem den Zahn der Zeit.

Vollends haben die Jungs von Kraftklub mein Herz allerdings erst 2015 erobert: Mit einer Freundin war ich bei "Rock im Sektor" in der Esprit Arena in Düsseldorf. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mir die Karte eigentlich wegen der anderen Bands geholt hatte. Daher hatte ich auch keine Ahnung, was das damals neue Kraftklub-Album "In Schwarz" überhaupt zu bieten hatte. Und wirklich textsicher war ich auch nicht.

Zum Problem wird das bei Kraftklub jedoch nicht. Songs, die man noch nie gehört hat, prägen sich spätestens beim Refrain ein. Das Mitsingen kommt automatisch. Man kann gar nicht anders. In Düsseldorf begann es mit dem Song "Für immer". Für diejenigen, die ihn nicht kennen: Hier geht es nicht um eine romantische Liebesgeschichte. Im Gegenteil: es geht um das Ende einer Beziehung und das schöne Leben als Single.

Da ich zu dem Zeitpunkt selbst frisch getrennt und nicht unbedingt sonderlich Liebeslieder- und Pärchen-tolerant war, wurde das Konzert nicht nur für mich zum perfekten Abend, sondern der Song zur Hymne für die nächsten Monate.

Unsere Gastautorin Sabrina Schwierk ist seit Jahren großer Kraftklub-Fan. Foto: Sabrina Schwierk
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Als reger Konzertgänger habe ich schon viele Bands gesehen. Doch vor allem live spielt Kraftklub in einer Liga mit den ganz Großen. Die Jungs geben einfach alles auf der Bühne und sind hinterher mindestens ebenso durchgeschwitzt wie die tanzenden Zuschauer in den ersten Reihen.

Ihre Texte sind clever, manchmal etwas albern (wofür ich sehr dankbar bin), dann wieder tiefsinniger. Und Stillstehen kann bei einem Kraftklub-Konzert sowieso niemand. Das durfte ich auch im vergangenen Jahr bei "Rock am Ring" wieder erleben: Übermüdet, klitschnass und eigentlich bereit für 27 Stunden Schlaf stand ich gegen 2 Uhr nachts mit tausenden von Menschen im strömenden Regen vor der Bühne. Gefeiert wurde aber nach dem Motto: "Jetzt erst recht".

Kraftklub kam an diesem Abend nicht allein auf die Bühne, sondern mit einem Gefolge von 30 Mädels, alle so gekleidet wie die Band selbst. Dann stellten sie ihr neues Album vor, inklusive Stagediving. Da war es dann auch egal, dass man seine Zehen in der Kälte irgendwann nicht mehr gespürt hat.

Zum Abfeiern, zum Knutschen, zum Dampf ablassen, zum lauten Mitsingen beim Autofahren oder einfach nur, um auf Socken durch die eigene Bude zu rocken - Kraftklub passt immer. Daher mein Tipp an alle Kraftklub-Jungfrauen da draußen: Hört mal rein, es lohnt sich!

Also dann Jungs: Danke für die letzten Jahre und dafür, dass ihr zusammen mit mir groß geworden seid. Auf dass es noch viele Jahre mehr werden. Wir sehen uns heute Abend in Düsseldorf!