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Jimmy Page wird 70: Er beseelte Led Zeppelin

Legendärer Gitarrist wird 70 : Jimmy Page beseelte Led Zeppelin

Bereits legendär: Am Donnerstag wird der großartige Gitarrist und Gründer der Band "Led Zeppelin", Jimmy Page, 70 Jahre alt.

Stoisch steht er in einem Club im London der "Swinging Sixties", wie ein Fels in der Brandung, und drischt seine staubtrockenen Gitarrenriffs. Die Kamera in Michelangelo Antonionis berühmtem Film "Blow Up" fängt Jimmy Page ganz kurz vor der steilen Karriere mit Led Zeppelin ein, die ihm zum Status eines der größten Rockgitarristen der Welt verhelfen sollte. Am Donnerstag wird er 70 Jahre alt und kann sich auf die Fahnen schreiben, dass Leute, die etwas über bluesbasierten Hardrock und Heavy Metal lernen wollen, am Studium seines Spiels nicht vorbei kommen.

Zur Zeit von "Blow Up", 1966, ist Page noch der neben Jeff Beck zweite Gitarrist der Yardbirds. Als die Band zwei Jahre später auseinanderbricht, schart er unter dem Namen The New Yardbirds neue Musiker um sich, um bestehende Auftrittsverträge zu erfüllen. Doch Jimmy Page, der 1944 im heute zu London gehörenden Heston geboren wird, beginnt bereits, den Stil nach seinem Willen umzuformen. Sänger Robert Plant und Schlagzeuger John Bonham sind dabei. Als schließlich Bassist John Paul Johnes dazustößt, ist Led Zeppelin geboren — weil The-Who-Schlagzeuger Keith Moon unkte, die Band würde untergehen wir ein bleierner Zeppelin ("lead zeppelin").

Er sollte nicht Recht behalten. Die Band wurde in zwölf Jahren zur Legende und hat bis heute über 300 Millionen Alben verkauft hat. Die Elemente, die Jimmy Page für den Sound der Band zusammenschmolz, bekommt der Zuhörer in "Stairway To Heaven", einem der trotz seiner Länge bis heute meistgespielten Rocksongs der Welt, exemplarisch vorgeführt: Folk, Blues, harter Rock und ein E-Gitarrensolo, das seinesgleichen sucht.

Zur Legende von Led Zeppelin gehört auch, dass Jimmy Page eine Nähe zum Okkultismus und dessen Lehrmeister Aleister Crowley nachgesagt wurde und man auf "Stairway To Heaven" dunkle, rückwärts eingespielte Botschaften vermutete. Die größere Anziehungskraft, eine Magie, geht jedoch von der physischen Präsenz seines Gitarrenspiels aus. Neben "Blow Up" hat die auch ein jüngerer Film eingefangen: In der Doku "It Might Get Loud", die neben Jimmy Page den U2-Gitarristen The Edge und Jack White fachsimpeln lässt, verliebt sich die Kamera förmlich in Pages Fingerarbeit, verliert bei seiner wundervollen Solo-Performance von Led Zeppelins "Ramble On" jede Distanz und rückt den Gitarrensaiten auf die Pelle.

Bis heute zehrt Jimmy Page von der bis 1980 währenden großen Zeit mit der Band, macht vor allem von sich reden, wenn er mal wieder mit Robert Plant auf die Bühne geht. Für das Jahr seines 70. Geburtstags hat er große Taten angekündigt.

(RP)