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Wolfgang Riechmann: "Wunderbar" (1978)

Wolfgang Riechmann: "Wunderbar" (1978)

Ein ganz komischer, aber schöner Zufall: Immer mal wieder kam mir der Name des Düsseldorfer Musikers Wolfgang Riechmann unter. Sein Album "Wunderbar" wurde mir empfohlen, weil es randvoll mit Kraftwerk-Zitaten sei. Es gehöre in die Düsseldorfer Szene der späten 70er Jahre: elektronische Flächen, ein bisschen Kraut, aber romantischer, new wavig und "Die Mensch-Maschine" vorwegnehmend.

Ich habe die Platte nie bekommen, ich habe sie nirgendwo gefunden, und im Internet wurde sie nur für indiskutable Summen angeboten. Am vergangenen Sonntag entdeckte ich sie bei der Plattenbörse: Ramschkiste, 1 Euro.

Abends sah ich im Internet nach und las, dass Riechmann die Veröffentlichung seiner einzigen und wirklich sehr schönen Platte nicht mehr erlebt hat. Er wurde kurz vor VÖ in der Altstadt beim Spazierengehen niedergestochen. Montags fragte ich im Plattenladen meines Vertrauens, ob man Riechmann dort kenne. Ja klar, hieß es, man bemühe sich sogar um eine Wiederveröffentlichung des "Wunderbar"-Albums, wolle dafür womöglich ein eigenes Label gründen.

Mittags bekam ich eine Mail aus Bremen. Inhalt: Die RP habe journalistisch großen Anteil an der Lebensgeschichte von Wolfgang Riechmann genommen. Da werde es vielleicht von Interesse sein, dass die Platte "Wunderbar" nun auf dem Label Bureau b neu aufgelegt werde. Ich rief natürlich sofort dort an. Der Absender studierte einst in Düsseldorf, kaufte vor der Mensa Riechmann- und Michael-Rother-Platten. Er betreut die Seite www.wolfgangriechmann.de

Alles zufällig, alles an zwei Tagen. Fast ein bisschen unheimlich.