Subkultur bleib zuhause

Bei der c/o pop in Köln finden im August zwei Konzerte in der Philharmonie statt, und der Poetry Slam in Düsseldorf geht ins Schauspielhaus, und Sonic Youth spielt im Museum und und und. Ich finde das nicht gut.

Subkultur sollte an ihren eigenen Orten bleiben, das heißt: sich immer neue Orte suchen. Denn Subkultur ist Aufbruch, und den gibt es nicht in den Ankunftshallen. Die Begegnung von hoher und populärer Kultur kann spannend sein, wenn sie irritiert, wenn die Reibung Funken schlägt. Wenn sich die eine aber bloß im Ambiente der anderen einrichtet, dann ist das nichts, höchstens gemütlich, und Gemütlichkeit macht genügsam.

Lieber sollte man ausgefallene Orte suchen, Plätze erstmals bespielen. Man muss ja nicht gleich in die Pfeiler von Autobahn-Brücken gehen und dort konzertieren, wie es die Einstürzenden Neubauten Anfang der 80er Jahre taten. Aber man könnte.