Michael Jackson: "Xscape“ überzeugt trotz Skepsis

"Xscape“: Großartige Songs aus dem Nachlass von Michael Jackson

Am 9. Mai 2014 erscheint "Xscape", das zweite Album mit Skizzen aus dem Nachlass des "King Of Pop". Produziert wurden die Stücke von Timbaland. Das Ergebnis ist umwerfernd.

Man hatte ein bisschen Angst vor diesem Album, aber nun ist es da, und das ist vielleicht die beste Nachricht dieses Pop-Frühlings: Es ist großartig. "Xscape" heißt die zweite Sammlung mit Songentwürfen aus dem Nachlass von Michael Jackson. Vor vier Jahren gab es schon einmal eine solche Zusammenstellung von Skizzen, die der am 25. Juni 2009 gestorbene größte Popstar der Welt hinterlassen hat. Aber das Ergebnis war moralisch fragwürdig und ästhetisch unbefriedigend. Verschiedene Produzenten schraubten mehr oder weniger lieblos an größtenteils zweitklassigem Material herum, sie stellten den Toten im Klischee des kieksenden Schmusesängers still und schufen ein monströses Produkt, aber kein Kunstwerk.

Das ist nun anders. US-Produzent Timbaland hat sich acht unvollendeter Songs aus den Tresoren von "Neverland" angenommen. Er heißt bürgerlich Timothy Mosley, und an seinem Computer designt er die druckvollsten Bässe und die massivsten Beats. Timbaland hat die Songideen strukturiert und ausgearbeitet. Er reicherte sie mit Synthesizer-Flächen an, brachte sie zum Grooven und achtete stets darauf, vor allem das Rhythmusgerüst zu erhalten und zu verstärken.

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Wenn man das Ergebnis nun hört, unfassbar tolle und zwingende Stücke wie "A Place With No Name" und "Slave To The Rhythm", haut es einen um, denn diese Musik klingt, als habe sie jemand soeben aus dem Bernstein geschlagen, worin sie all die Jahre konserviert war. Es ist ein Wunder, wie zeitgemäß sie dabei klingt, auf der Höhe der Produktionen etwa von Justin Timberlake, der ja ebenfalls von Timbaland betreut wird und auf "Xscape" Vocals beisteuert.

Großes Kompliment also: Lebte Michael Jackson noch, er würde klingen wie auf dieser Platte.

(RP)