Holstein hört: Eurythmics: "In The Garden"

Holstein hört : Eurythmics: "In The Garden"

Ich las das Interview mit Chris & Cosey in der aktuellen Ausgabe des "Wire", und sie sprachen über das erste Album der Eurythmics: "In The Garden" von 1981. Was ich nicht wusste: Die Platte, auf der sich noch keiner der großen Hits befindet, wurde von Conny Plank produziert.

Ich las das Interview mit Chris & Cosey in der aktuellen Ausgabe des "Wire", und sie sprachen über das erste Album der Eurythmics: "In The Garden" von 1981. Was ich nicht wusste: Die Platte, auf der sich noch keiner der großen Hits befindet, wurde von Conny Plank produziert.

So saßen Dave Stewart und Annie Lennox also zwischen Februar und Juni 1981 in Planks Studio bei Köln, und was sie aufnahmen, war ganz wunderbar. Man sucht natürlich unwillkürlich nach Spuren des Kraftwerk-Sounds, den Plank zumindest in den Anfängen mitbestimmt hat, und bei "She's Invisible Now" meint man sie zu finden: sehr kühl, reduziert, elektronisch. Teutonisch.

Überhaupt ist das eine großartige Platte, New Wave mit Kraut-Einfluss. "Never Gonna Cry Again" und "Take Me To Your Heart" gehören zu den Höhepunkten, und wenn man sich die Liner-Notes der CD-Ausgabe ansieht, wundert man sich doch sehr, wer da alles mitgespielt hat. Jaki Liebezeit sitzt am Schlagzeug, Holger Czukay (im Booklet steht tatsächlich "Hölgar Czukay") spielt Bass - die halbe Band Can ist also versammelt. Robert Görl von DAF besorgt im Lied "Belinda" die Drums. Und Clem Burke von Blondie macht auch mit.

"I Think it holds up really well", sagen Chris & Cosey über die Platte im "Wire"-Interview, Annie Lennox singe noch nicht so maniriert, und das stimmt. Die beiden arbeiteten in jener Zeit ebenfalls mit den Eurythmics, verraten sie noch, es entstand eine Maxi mit dem Titel "Sweet Surprise". Die Plattenfirma soll die Veröffentlichung dann aber zurückgehalten haben. Anlass war der erste große Hit der Eurythmics, "Sweet Dreams", und man wollte den Erfolg nun nicht mehr mit solchen Avantgardeprojekten gefährden.

Zum Glück gibt es Youtube: Eurythmics mit Chris & Cosey. Danach trafen Chris & Cosey die Eurythmics offenbar nie wieder: "They rocketed off in a different direction".

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