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Dave Gahan hört Musik von MGMT

Dave Gahan hört Musik von MGMT

1. Ich bin jetzt für eine Woche mit David allein. Und ich mache mir bereits Sorgen um meinen Sohn. Er interessiert sich nämlich ausschließlich für Sachen, die eigentlich verboten sind. Kabel, Computer, Schlüsselbund, Stehlampe, unidentifizierbare Krümel unterm Küchentisch.

Gefährlich wird es, wenn er keine Geräusche macht. Meist hängt ihm dann ein USB-Stick aus dem Mund oder sowas. <br />2. Eben erwischte ich ihn inmitten von Platten. Eigentlich denke ich: Soll er die Platten ruhig rausziehen, irgendwann erbt er sie ohnehin. Allerdings zieht er sie nicht nur aus dem Regal, er krabbelt auch drüber und haut mit Bauklötzen drauf. Er gefährdet sein Erbe. Also gehe ich hin und schimpfe, recht autoritär, wie ich meine. Leider versteht er kein "Nein", ein gezischtes nicht, ein gebrülltes auch nicht und kein kumpelhaftes. Vielleicht ist er einfach zu unschuldig mit seinen 9 Monaten, vielleicht weiß er nicht, dass man etwas nicht darf. Das wäre doch schön. Man sieht: Ich schwanke zwischen Rohrstock und Woodstock. Ich setzte ihn dann immer zu seinen Spielsachen. Als Kompromiss. Aber er krabbelt zurück. Ich habe ihn heute schon 7 Mal zu seinen Spielsachen gesetzt.
3. Las in der neuen "Groove", dass Kraftwerk im Mai bei einem Festival mit dem Namen "Wiesen Extended" in Österreich auftritt. Mit Sven Väth und Leuten, die Namen tragen wie Gaby, Ace Ventura und Counterstrike. Das tat mir leid.
4. Ich interviewte Dave Gahan in Berlin und am Ende fragte ich ihn, ob er sich überhaupt mit aktueller Musik beschäftigen würde. Er sagte ja, aber da wäre nicht viel, das ihm gefalle. Außer MGMT, deren Album fand er klasse. An mir ist die Platte im vergangenen Jahr irgendwie vorbeigegangen, also besorgte ich sie mir. Ist gut, aber dass er so begeistert war, verstehe ich dann doch nicht.
MUSIK: DJ Sprinkles: "Midtown 120 Blues". Eine phänomenale Platte. Ein House-Album von dieser Güte findet man selten. Sprinkles aka Terre Thaemlitz setzt dem Sound von New York ein Denkmal. Das klingt sehr deep und soulig und ab und an spricht jemand Gendertheorien auf die Beats. DJ Koze verglich die Platte mit den besten Alben von Larry Heard. Zu Recht