Holstein hört: Cosmo Jarvis: "Is The World Strange Or Am I Strange?"

Holstein hört: Cosmo Jarvis: "Is The World Strange Or Am I Strange?"

Bin ganz begeistert vom neuen Album von Cosmo Jarvis: "Is The World Strange Or Am I Strange". Ich kann gar nicht sagen, was das eigentlich ist: In den ersten beiden Songs klingt das nach Singer-/Songwritertum und Indie-Pop. Typisch englisch, manchmal vage Erinnerungen an Billy Bragg (vor allem in "Gay Pirates") und die Pogues.

Danach die Kehrtwende: Das Musik entwickelt sich zum Gossen-Rap im Stil von The Streets. Zwischendurch gibt es noch Country und Reggae. Am Ende dann Punk- Rock mit Folk-Anleihen, der letztes Song ist ein knapp zehnminütiges Sound-Experiment mit Gesang durch die Flüstertüte, aber immer gut, immer so, dass man zuhört.

Widersprüchliches Hör-Erlebnis, aber spannend, kurzweilig.

Ich wusste nichts über den 21-Jährigen, bis ich im "Guardian" über ihn las. Armenisch-amerikanische Mutter, englischer Vater aufgewachsen in Devon. 2009 die erste Platte, gleich ein Doppel-Album, dann großer Erfolg in England. Man sprach über ihn.

Der Schauspieler und Schriftsteller Stephen Fry twitterte über seine Vorliebe für Cosmos Jarvis, Brian Eno soll auch ganz aus dem Häuschen sein.

Man weiß nach der Platte nicht so genau, wo oder wofür Cosmos Jarvis steht. Man fragt sich, was er eigentlich am besten kann. Und man denkt gerne weiter darüber nach.

(pst)
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