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Bedingt massentauglich: Große Bands in kleinen Hallen

Bedingt massentauglich : Große Bands in kleinen Hallen

Düsseldorf (rpo). Wie sagte einst August Everding: "Der Geschmack der Masse ist schlechter Geschmack." Man darf jedoch nicht davon ausgehen, dass Musiker sich bei ihrer Konzertplanung von dieser Ansicht leiten lassen. Trotzdem fällt auf: Viele Bands, die begründet als qualitativ hochwertig gelten, haben 2006 kleine Hallen gebucht. Wohl davon ausgehend, dass sie mit ihrer Musik nur eine kleine Hörerschaft erreichen.

Blumfeld, deren neues Album "Verbotene Früchte" am 28. April erscheinen wird, beschränken sich auf Gastspiele vor überschaubarem Publikum in Köln (Live Music Hall, 2. Mai) und Düsseldorf (Zakk, 3. Mai). Auch Die Sterne, die von oberflächlich zuhörenden Naturen gerne stilistisch in die Nähe von Blumfeld gerückt werden, kommen ins Zakk, um am 22. April das neue Werk "Räuber und Gedärm" vorzustellen.

Die Fans dürfen sich freuen, immerhin ist man "nah dran" an den Musikern. Das garantiert auch ein Konzert in der Krefelder Kulturfabrik. Dort machen am 15. Mai Calexico Station. Deren feine Rhythmen verlangen genaues Hinhören in intimer Atmosphäre. Was auch für Motorpsycho gilt, die in ihrer von Prog-Rock und Post-Punk beeinflussten Musik immer wieder Platz für moderate Zwischentöne lassen. Zu hören am 8. Mai in der Kölner Live Music Hall.

Wenn es um feine, ja künstlerische Töne geht, mag man - gleich einem Pawlowschen Reflex - sofort Belle & Sebastian nennen. Die Briten kommen endlich wieder einmal nach Deutschland. Ein Auftritt wurde im Westen terminiert und zwar am 11. Mai im Kölner E-Werk. Einen Tag zuvor könnte es vielleicht das Konzert der Babyshambles im Bürgerhaus Stollwerck geben. Da gebietet sich der Konjunktiv, denn wer aufmerksam die Boulevard-Magazine verfolgt, weiß um die drogenbedingte Unzuverlässigkeit von Sänger Pete Doherty.

Red Hot Chili Peppers in größerem Rahmen

Solche Sorgen muss man nicht hegen, wenn man sich auf den Auftritt am 25. April von Paul Weller im Düsseldorfer Tor 3 freut. Weller, von vielen Brit-Pop-Formationen gerne als vorbildliche Instanz gepriesen, ist ein Muster an Zuverlässigkeit. Fraglich nur, was er neben Songs aus dem aktuellen Album "As is Now" spielen wird. Alte Jam-Songs? Style Council-Nummern? Oder doch nur Solo-Werke? Völlig egal, denn alle seine Schaffensperioden stehen für hohe Qualität.

Wie auch bei den Strokes, die am 26. Juni im Kölner Palladium auftreten. Noch reicht es aber nicht für den Sprung in die großen Hallen. Den wagen zwei Formationen, die in ihren Genres seit Jahren zu den besten und erfolgreichsten Vertretern zählen. Massive Attack galten einst sogar als Erfinder des Trip Hop und blicken mit dem Greatest-Hits-Album "Collected" auf 15 Jahre Bandgeschichte zurück. Das will gefeiert werden beim Konzert am 16. August in der Düsseldorfer Philipshalle.

Gleich zwei Mal spielen die Red Hot Chili Peppers in der Dortmunder Westfalenhalle. Am 11. und 12. Juni präsentieren die Crossover-Rocker das neue Doppel-Album "Stadium Arcadium", das am 8. Mai erscheinen soll. Und dazu gibt es Hits wie "By the Way" und "Under the Bridge".

(Rheinische Post)