Festival "Klangräume" in Düsseldorf

Festival „Klangräume“ : Was das Grundgesetz mit Johann Sebastian Bach zu tun hat

Neue Musik in allen Schattierungen und an ungewöhnlichen Orten gibt es jetzt eine Woche lang in Düsseldorf.

Vertonen lässt sich fast alles, aber über den Sinn lässt sich im Einzelfall trefflich streiten. Sogar die Bauanleitung für ein Billy-Regal hat ein schwedischer Scherzbold bereits in Musik gefasst, der Jubel vieler Leidensgenossen war ihm bei der Aufführung sicher.

Aber lässt sich auch das Grundgesetzt vertonen? Das sechste „Klangräume“-Festival, das am Sonntag beginnt, versucht es. Anlässlich des Geburtstags der Bundesrepublik und ihres Grundgesetzes hat es zwölf Komponisten beauftragt, einzelne Artikel der Grundrechte des Grundgesetzes zu vertonen.

Im ersten Konzert der „Klangräume“ in der Bergerkirche werden die Kompositionen uraufgeführt und geben, wie die Veranstalter schreiben, „ein Statement ab, über das Glück in einem freien Land mit einem Grundgesetz – im Bewusstsein vor Gott und den Menschen – zu leben“. Eingeleitet und auf eine quasi metaphysische Ebene gehoben werden die Stücke mit Teilen aus der „Kunst der Fuge“ von J. S. Bach in einer ungewöhnlichen Instrumentation. Termin: Sonntag, 30. Juni, 18 Uhr, Bergerkirche – mit Irene Kurka, Sopran, Jens Lauterbach, Tenor, und dem ART Ensemble NRW unter Leitung von Miro Dobrowolny.

Das zweite Konzert im Klangraum 61 widmet sich der Musik und dem surrealen Stummfilm der 20er Jahre; mit Erik Saties Filmmusik und Rene Clairs Film „Ent’r act“ , dem „Ballet mechanique (1924) von Fernand Léger und dem Klassiker „Vormittagsspuk“ von Hans Richter. Die ART-Ensemble-Musiker Othello Liesmann, Violoncello, und Theodor Pauß, Klavier werden die Vertonungen der Filme teilweise live improvisieren. Das Konzert heißt „Cinema!“ und findet am Dienstag, 2. Juli, 20 Uhr, im Klangraum Flingern an der Mettmanner Straße 61 statt.

Der Klassiker des „Klangräume“-Musikfestes kann offenbar dank der Unterstützung des Stadtentwässerungsbetriebes und seiner Mitarbeiter wieder stattfinden: das Kanalkonzert in Golzheim am Freitag, 5. Juli. Da es diesmal nur vier Konzertdurchgänge (17, 17.45, 18.30, 19.15 Uhr) mit je maximal 15 Besuchern geben kann, wird um rechtzeitige Anmeldung unter art@artensemble.de oder telefonisch unter 0151 173 63 173 gebeten.

Zum Finale der „Klangräume“ kommt das renommierte „Via Nova Ensemble“ aus Weimar, um mit dem ART Ensemble NRW ein spannendes Programm vorzustellen, unter anderem mit Werken Gianluca Castelli, Johannes K. Hildebrandt und Olivier Messiaen. Der WDR wird das Konzert am Samstag, 6. Juli, 20 Uhr, in der Neanderkirche mitschneiden.

Info Eintritt pro Konzert zehn Euro (Schüler und Studenten frei). Weitere Informationen unter www.klangraum61.de

Mehr von RP ONLINE