Nach Freispruch: Experten glauben an weitere Jackson-Karriere

Nach Freispruch : Experten glauben an weitere Jackson-Karriere

New York (rpo). Michael Jackson ist ein freier Mann und kann sich nun wieder der Musik widmen. Kaum ist der Pop-Star freigesprochen, wird über seine weitere Karriere diskutiert. Experten sind sich jedoch einig, dass Jackson es auch nach diesem Tief wieder schaffen könnte, musikalisch Fuß zu fassen.

"Er muss sich nur darauf konzentrieren, gute Musik zu machen und diese bei großartigen Live-Auftritten vorzuführen", meint Antonio Reid von der Plattenfirma Island Def Jam. Jack Isquith von AOL Music räumt ein, dass die Öffentlichkeit ihr Augenmerk in den vergangenen eineinhalb Jahren eher auf die umstrittene Persönlichkeit Jacksons gerichtet habe und kaum noch auf den Künstler. Damit seien sein Ruhm als Popstar und ebenso seine Plattenverkäufe zurückgegangen. Aber: "Wenn Michael Jackson jetzt im New Yorker Musiktheater 'Apollo' auftreten würde - in einer monumentalen brillanten Show, das würde ihn bestimmt wieder als Musiker auf den Plan bringen."

Seinen ersten großen Karriereknick erlebte Jackson 1993, nachdem erstmals Vorwürfe wegen Kindesmissbrauchs gegen ihn erhoben worden waren. Dieser Fall endete ein Jahr später damit, dass der Popstar der Familie des mutmaßlichen Opfers in einem außergerichtlichen Vergleich mehrere Millionen Dollar zahlte. Seitdem hat Jackson nur noch zwei Alben auf den Markt gebracht, von denen jeweils rund zwei Millionen Exemplare verkauft wurden. Für viele Künstler mag dies ein Traumergebnis sein, für Jackson war es jedoch angesichts seiner früheren Erfolge ein Flop.

Trotzdem blieb er in der Öffentlichkeit ein Superstar. Unvergessen bleibt seinen Fans ein Konzert 2001, mit dem er 30 Jahre im Show-Geschäft feierte - in Anwesenheit von Prominenten wie Destiny's Child, Britney Spears und 'N Sync sowie Marlon Brando, Liza Minelli, Whitney Houston und Elizabeth Taylor. "Er hat so viele Fans, da wird er jetzt auch sein Comeback schaffen", meinte der US-Schauspieler Will Ferrell nach dem Freispruch. "Die Leute lieben solche Nachrichten, sie sind geradezu verrückt danach."

Dennoch ist ein gewisser Makel haften geblieben. Allein Jacksons Eingeständnis, gelegentlich mit Kindern in einem Bett zu schlafen, hat viele einstige Bewunderer verprellt - ungeachtet, ob es dabei nun eine sexuelle Komponente gab oder nicht. Auch sein exzentrischer Lebensstil einschließlich seiner zahlreichen Face-Lifts hat ihm negative Schlagzeilen eingetragen. Empörung kam ferner auf, als er im November 2002 seinen kleinen Sohn vom Balkon eines Berliner Hotels baumeln ließ.

Doch ein negatives Image muss in der Musikbranche nicht unbedingt das Ende einer Karriere bedeuten, wie Experten betonen. Sie verweisen etwa auf R. Kelly, der 2002 in einem Video andeutungsweise Sex mit einer Minderjährigen hatte und anschließend auf sie urinierte. Er wurde der Kinderpornografie bezichtigt und konnte dennoch ein Jahr später mit dem Album "Chocolate Factory" einen Riesenerfolg landen. So könnte es auch Jackson ergehen, meint DJ Paul Cubby Bryant vom New Yorker Popsender Z100. Er müsse es nur probieren.

Jacksons Zukunft im Visier der Buchmacher

Die Buchmacher bieten derweil schon Wetten über Jacksons Zukunft an. Das irische Unternehmen Paddy Power hat auf seiner Webseite zwölf verschiedene Möglichkeiten aufgelistet. Als besonders wahrscheinlich - und deshalb mit nur geringer Gewinnchance im Verhältnis 1:1 - gelten ein Verkauf der Neverland Ranch oder seiner Musikrechte einschließlich derer für Beatles-Songs. Immerhin werden dem Popstar große Finanznöte nachgesagt.

Andere Wettmöglichkeiten umfassen einen Live-Auftritt in der Talkshow von Oprah Winfrey, eine neuerliche Ehe und Vaterschaft sowie eine neue Single, die es an die Spitze der britischen Charts schafft - hier liegen die Gewinnchancen bereits bei 14:1.

Mit 100:1 wird ein Live-Auftritt mit Paul McCartney bewertet, mit dem sich Jackson nach dem Aufkauf des Musikrechtekatalogs der Beatles-Songs überworfen hat. Und als ebenso wenig wahrscheinlich gelten ein gemeinsames Fernsehinterview mit dem des Mordes freigesprochenen ehemaligen Footballstar O.J. Simpson sowie eine Wiederheirat mit Liza Marie Presley.

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(ap)
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