Fakten zum ESC 2018: Warum ist Australien dabei? Warum gibt es 2 Halbfinals?

Fragen und Antworten : Der Eurovision Song Contest einfach erklärt

Juryvotum, Zuschauerabstimmung, Halbfinals, "Big Five" - der Eurovision Song Contest ist ein komplexer Wettbewerb. Wir haben die wichtigsten Fakten gesammelt.

Der Eurovision Song Contest ist im Prinzip eine einfache Sache: Dutzende Interpreten aus ganz Europa (und darüber hinaus) singen für ihr Land um die Wette, und am Ende küren die Zuschauer und die Jurys einen Sieger. Doch die Regularien und Feinheiten haben es in sich. Damit Sie am Abend des Finales am 12. Mai mitreden können, haben wir die wichtigsten Fragen rund um den Musikwettbewerb beantwortet.

Es soll die beste Komposition Europas gefunden werden, es geht also prinzipiell um die Qualität eines Songs, nicht um den Auftritt selbst. So bekommt der Komponist den Preis, nicht der Intrepret - auch wenn der natürlich im Rampenlicht steht. Initiiert wurde der europäische Musikwettbewerb 1956 von der Europäischen Rundfunkunion (englisch: EBU), einem Zusammenschluss meist öffentlich-rechtlicher Sender aus Europa. Man wollte eine europaweite Show kreieren, die gute Einschaltquoten bringt. Damals nahmen nur sieben Länder teil. Beim 63. ESC in Lissabon in diesem Jahr sind es 43 Nationen.

Nein, die Schlager der Anfangsjahre wurden im Lauf der Zeit immer stärker durch Popsongs ersetzt. Heute hört man beim ESC vor allem internationalen Mainstream-Pop, doch es gibt auch immer wieder Ausnahmen von Heavy Metal über folkoristische Polka bis zu Rap.

Nein, es dürfen alle Mitglieder der EBU (oder assoziierte Staaten) mitmachen, das sind vor allem Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens. So ist Israel regelmäßig mit von der Partie und hat schon dreimal gewonnen. Marokko nahm nur 1980 teil.

"Down Under" wurde 2015 anlässlich des 60. ESC-Jubiläums eingeladen, weil es in Australien eine recht große Fangemeinde gibt. Seitdem ist das Land fest dabei.

Mit dem Ende des Kalten Krieges ist die Zahl der europäischen Staaten und damit EBU-Mitglieder sprunghaft angestiegen - und damit auch die der ESC-Teilnehmer. Aber eine einzelne Show mit 43 Teilnehmern wäre viel zu lang und unübersichtlich. Also gibt es zwei Qualifiaktionsrunden.

1996 schaffte Deutschland zum ersten und einzigen Mal nicht den Sprung zum ESC-Finale. Die Bundesrepublik ist aber der größte Geldgeber der EBU und ein sehr großer Fernsehmarkt, also wurde die "Big Four"-Regelung (heute: "Big Five") beschlossen: Die fünf finanzstarken Länder Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien sind automatisch für das Finale qualifiziert, ebenso der Gastgeber. Alle anderen müssen in die Halbfinals.

Deutsche Fans können nur beim zweiten Halbfinale am 10. Mai abstimmen, zusammen mit den Fans in Frankreich, Italien und den 18 Halbfinalteilnehmern, von denen die besten zehn ins Finale kommen. Im ersten Halbfinale am 8. Mai sind Großbritannien, Spanien, Portugal und die 19 Halbfinaleteilnehmer stimmberechtigt, von denen ebenfalls die Top 10 das Finale erreichen.

Alle Teilnehmer-Länder dürfen im Finale ihre Punkte vergeben, auch diejenigen, die bereits in den Halbfinals ausgeschieden sind. Seit 2016 ist das Prozedere aber etwas komplizierter: Nach dem Auftritt der 26 Kandidaten können die Zuschauer per Telefon, SMS und App ihre Stimme abgeben. Zuvor haben bereits nationale Fachjurys aus Sängern und Komponisten) ihre Stimme abgegeben.

Verkündet werden dann zunächst die Jury-Wertungen - dabei bekommt jedes Land Punkte, dass in der Jurywertung in den Top 10 landet. Das beste Land bekommt zwölf, das zweitbeste zehn, das drittbeste acht Punkte, dann geht es Einzelpunkteweise runter bis eins. Nach den Jurys werden dann die Publikumspunkte vergeben, nach dem gleichen Prinzip. Gewinner ist das Land mit den meisten Punkten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Deutschlands ESC-Kandidat Michael Schulte

(mro)
Mehr von RP ONLINE