Eurovision Song Contest in Malmö So stehen Deutschlands Chancen beim ESC 2024

Düsseldorf · Am 11. Mai findet das Finale des Eurovision Song Contest in Malmö statt. Wir beantworten vorab einige der wichtigsten Fragen: Wen sehen die Buchmacher vorne, was sind die umstrittensten Beiträge, wer moderiert, wo sind die Halbfinals und das Finale zu sehen?

ESC 2024: Die deutschen Teilnehmer seit Lena Meyer-Landrut
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Die deutschen ESC-Teilnehmer seit Lenas Sieg

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Foto: dpa/Christoph Soeder

Wer tritt für Deutschland an?

Beim deutschen Vorentscheid hat sich Isaak Guderian, kurz Isaak, aus Espelkamp in Ostwestfalen durchgesetzt. Der 28-Jährige tritt mit dem Song „Always On The Run“ an. Erfahrungen auf der großen Bühne gesammelt hat Isaak bereits 2011 bei der Castingshow „X Faktor“, außerdem gewann er 2021 den Internetwettbewerb „Show Your Talent“. Isaak arbeitet als Musiker, tritt bei Festen und Veranstaltungen auf, die Teilnahme beim ESC ist für ihn der bisherige Höhepunkt seiner Karriere, egal, welchen Platz er belegt, wie er selbst sagt. Zumal er auch bei einem schlechten Abschneiden weiter seinen Lebensunterhalt als Musiker verdienen will. Einen Plan B gebe es für ihn nicht, sagt er.

Wie werden Isaaks Chancen eingeschätzt?

Eher schlecht. Seit Isaaks Sieg beim deutschen Vorentscheid rangiert der Ostwestfale im Ranking der Buchmacher weit hinten. Das muss nichts heißen, spiegelt aber zumindest in Teilen wider, wie der deutsche Beitrag international bewertet wird.

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Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Wen favorisieren die Buchmacher?

 Der Schweizer Nemo liegt mit seinem Song „The Code“ bei den Buchmachern derzeit weit vorne.

Der Schweizer Nemo liegt mit seinem Song „The Code“ bei den Buchmachern derzeit weit vorne.

Foto: dpa/Ennio Leanza

Zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch sehr spekulativ, Vorhersagen zu treffen. Allerdings gibt es bei den Buchmachern derzeit klare Favoriten. Dazu gehören Nemo aus der Schweiz mit „The Code“, Baby Lasagna aus Kroatien mit „Rim Tim Dag Tim“ und Angelina Mango aus Italien mit „La Noia“. Ebenfalls hoch bewertet werden Alyona Alyona und Jerry Heil aus der Ukraine mit „Teresa & Maria“. Der deutsche Beitrag „Always On The Run“ von Isaak rangiert weit abgeschlagen auf einem der letzten Plätze.

Warum ist Joost Klein disqualifiziert worden?

Erstmals in der Geschichte des ESC ist ein Teilnehmer vom laufenden Wettbewerb ausgeschlossen worden. Wenige Stunden vor dem Finale am Samstag verkündete die Europäische Rundfunkunion EBU das Aus für den Niederländer Joost Klein. Grund ist die Beschwerde einer Frau aus dem ESC-Produktionsteam nach einem nicht näher benannten Vorfall am Donnerstag. Der Ausschluss soll nichts mit Kleins Verhalten gegenüber der israelischen Starterin Eden Golan zu tun haben. Der Vorfall, der zum Ausschluss geführt hat, hängt nach Angaben des niederländischen Fernsehsenders Avrotros mit von Joost unerwünschten Filmaufnahmen zusammen. „Nach dem Auftritt am vergangenen Donnerstag kam es zu einem Zwischenfall. Entgegen klar getroffener Absprachen wurde Joost gefilmt, als er gerade von der Bühne kam und in den Greenroom eilen musste“, teilte Avrotros am Samstagabend mit. „In diesem Moment gab Joost wiederholt zu verstehen, dass er nicht gefilmt werden wolle. Dies wurde nicht beherzigt. Dies führte dazu, dass Joost eine bedrohliche Bewegung in Richtung der Kamera machte. Dabei hat Joost die Kamerafrau nicht berührt.“

Welche sind die umstrittensten Beiträge?

Schon im Vorfeld gab es Diskussionen über die Teilnahme Israels; in mehreren Ländern wurden Forderungen laut, Israel wegen des Einmarschs in Gaza auszuschließen. Dies wurde von der EBU abgelehnt mit der Begründung, dass beim ESC keine Regierungen, sondern öffentlich-rechtliche Rundfunksender gegeneinander anträten. Zwei Songs aus Israel wurden jedoch wegen zu expliziter politischer Botschaften abgelehnt. Erst der dritte Versuch, „Hurricane“, wurde zugelassen.

Welche neuen Regeln gelten in Malmö für das Voting?

Auf gleich drei neue Regeln dürfen wir uns für den diesjährigen ESC in Malmö einstellen. Zwei davon betreffen das Voting. Die Big Five-Länder und Schweden werden in diesem Jahr dank Regeländerung außerdem im Halbfinale auftreten – ohne bewertet zu werden. Damit bekommen die fünf größten Geldgeber und der Gastgeber, die schon für das Finale gesetzt sind, die Chance, genau so häufig aufzutreten, wie die anderen Teilnehmer. Zwar nicht ganz neu, aber wieder abgestaubt aus den archivierten Regelwerken wieder hervorgeholt, ist die Änderung, dass nun bereits vor der ersten Performance im Finale die Leitungen für das Voting geöffnet werden. Das wurde zuletzt 2011 in Düsseldorf so gemacht. ESC-Fans aus der ganzen Welt können übrigens Online schon beim „Rest oft he World“- Voting knapp einen Tag vor Beginn der Final-Show Online abstimmen.

Wer folgt auf den deutschen Kommentator Peter Urban?

Der 48-jährige Moderator Thorsten Schorn löst den Kommentator Peter Urban ab. Schorn ist seit 2017 bei WDR2 am Nachmittag zu hören, ist aber beim Privatsender Vox auch die Stimme aus dem Off in der Show „Shopping Queen“. Dem Eurovision Song Contest ist er als Fan schon lange verbunden, zudem weiß er als Kommentator des Kölner Rosenmontagszuges mit bunten Spektakeln umzugehen. In Malmö wird er sowohl die beiden Halbfinals als auch das Finale professionell begleiten.

Wer sind die Moderatorinnen des Finales?

Die Comedienne Petra Mede und Schauspielerin Malin Åkerman moderieren das Finale. Mede ist sehr populär in Schweden, hat schon zweimal den ESC moderiert und auch den schwedischen Vorentscheid, das „Melodifestivalen“. Außerdem hat sie eine eigene TV-Show. Åkerman ist bekannt aus Hollywood-Filmen wie „Rampage“ und „Selbst ist die Braut“.

Wann und wo sind die Halbfinals und das Finale zu sehen?

 Bei den Buchmachern rangiert Isaak, der für Deutschland beim ESC antritt, auf den hinteren Plätzen.

Bei den Buchmachern rangiert Isaak, der für Deutschland beim ESC antritt, auf den hinteren Plätzen.

Foto: dpa/Christoph Soeder

Sowohl das erste (7. Mai) als auch das zweite Halbfinale (9. Mai) ist jeweils ab 21 Uhr bei One zu sehen. Außerdem werden die Shows bei eurovision.de gestreamt und sind in der ARD Mediathek und Audiothek zu sehen und zu hören. Das Finale am 11. Mai wird ab 21 Uhr in der ARD übertragen und ist ebenfalls als Stream auf eurovision.de zu sehen. Vorher (ab 20.15 Uhr) und nachher (ab ca. 1 Uhr) läuft in der ARD (zusätzlich bei eurovision.de) noch der Countdown beziehungsweise die Aftershow, jeweils moderiert von Barbara Schöneberger.