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ESC 2022: Hackerangriff beim Finale vereitelt - alle News zum Eurovision Song Contest

Eurovision Song Contest : Italienische Polizei vereitelt Hackerangriff beim Finale des ESC 2022

Die italienische Polizei hat nach eigenen Angaben Hackerangriffe auf das Finale des Eurovision Song Contest (ESC) in Turin verhindert. Die Herkunft des Angriffs wird in Russland vermutet. Alle aktuellen Infos rund um die Show gibt es hier.

+++ 15. Mai - 11.47 Uhr +++ Hacker-Angriff vereitelt

Hacker haben versucht, in der Eröffnungsnacht am Dienstag und während des Finales von Samstag auf Sonntag in die Systeme einzudringen, teilte die Polizei am Sonntag in Turin mit.

Das Kalush Orchestra gewinnt den ESC 2022 - Deutschland belegt letzten Platz

Spezialisten im Bereich Internetkriminalität, die für den ESC abgestellt worden seien, hätten die Angriffe auf die russische Hackergruppe Killnet zurückgeführt. Schon zuvor gab es Gerüchte, russische Cyberkriminelle wollten den politisch aufgeladenen Grand Prix mit Angriffen stören. Die Polizei registrierte zudem sogenannte DDoS-Angriffe während der Abstimmung. Damit versuchen Hacker mit einer Flut von Anfragen, ein System lahmzulegen.

Russland war wegen des Angriffskrieges auf die Ukraine von der diesjährigen 66. Ausgabe des ESC ausgeschlossen worden. In der Nacht zu Sonntag sicherte sich die Ukraine mit dem Kalush Orchestra («Stefania») einen deutlichen Sieg von Großbritannien (Sam Ryder mit «Space Man») und Spanien (Chanel mit «SloMo»). Deutschland mit Malik Harris («Rockstars») landete auf Platz 25 und wurde letzter.

  • Nach dem zweiten Halbfinale : Diese Teilnehmer stehen beim ESC 2022 in Turin im Finale
  • Länder, Chancen, Übertragung : So findet der Eurovision Song Contest 2022 statt
  • Eurovision Song Contest 2022 : Das ist Malik Harris

+++ 15. Mai - 11.20 Uhr +++ Ukrainische Eisenbahn benennt Zug nach ESC-Siegersong „Stefania“

Die ukrainische Eisenbahn hat einen Zug nach dem Siegersong des Eurovision Song Contest „Stefania“ benannt. „Der Zug 43 von Kiew nach Iwano-Frankiwsk wird in diesem Jahr offiziell zum "Stefania Express"“, teilte Eisenbahnchef Olexander Kamyschin am Sonntag im Nachrichtendienst Telegram mit. Bei der Ankunft des Zuges in der Hauptstadt Kiew, in der westukrainischen Großstadt Iwano-Frankiwsk und in Kalusch solle das Lied „Stefania“ gespielt werden. Die ukrainische Gruppe Kalush Orchestra hatte in der Nacht zu Sonntag mit dem Lied den Eurovision Song Contest in Turin gewonnen.

Der Sänger von Kalush Orchestra, Oleh Psjuk, stammt aus der Kleinstadt Kalusch. Eisenbahnchef Kamyschin zufolge ist es der erste Zug in der Welt zu Ehren einer Mutter. In der Nacht zum Sonntag hatte die Ukraine zum dritten Mal nach 2004 und 2016 den europäischen Musikwettbewerb gewonnen.

+++ 15. Mai - 2.57 +++

Deutschlands Grand-Prix-Vertreter Malik Harris hat seinen letzten Platz gelassen hingenommen und sich über den Sieg der Ukraine gefreut. „Ich bin wirklich sehr, sehr froh, dass die Ukraine gewonnen hat, weil ich mir das so gewünscht habe“, sagte der 24-Jährige aus Bayern in der Nacht zum Sonntag im Ersten. „Ich habe so gefeiert, dementsprechend war das ein schöner Abend. Ich weiß, dass man nicht allzu viele Punkte geholt hat am Ende, aber es war wirklich ein schöner Abend.“ Harris mit seinem Song „Rockstars“ den letzten von insgesamt 25 Plätzen im italienischen Turin belegt.

Harris hatte sich bereits am Ende seines Auftritts solidarisch mit der Ukraine angesichts des russischen Angriffs auf das Land gezeigt. Er drehte vor internationalem Publikum seine Gitarre um. Auf der Rückseite war eine Ukraine-Fahne zu sehen mit der Aufschrift „Peace“ (Frieden). Der Krieg dauert schon seit Ende Februar.

Ihm sei öfter gesagt worden, dass er „kein Statement machen darf“, sagte Harris über seine Aktion. Nach der letzten Probe vor dem Finale habe er die Fahne auf die Gitarre geklebt. „Ich bin sehr froh, das gemacht zu haben. Das fühlt sich sehr, sehr gut an.“

+++ 15. Mai - 1.30 Uhr +++

Der deutsche Beitrag „Rockstars“ von Malik Harris landete mit sechs Punkten auf dem letzten Platz, keinen einzigen Punkt gab es für ihn von den Länder-Jurys. Harris bekundete am Ende seines Auftritts seine Solidarität zur Ukraine. Dazu drehte er seine Gitarre um. Auf der Rückseite war eine Ukraine-Fahne zu sehen mit der Aufschrift „Peace“ (Frieden). Der 24-jährige Harris trat als 13. direkt nach der Ukraine auf.

+++ 15. Mai - 1.12 Uhr +++

Top-Favorit Ukraine hat den Eurovision Song Contest 2022 gewonnen. Das Kalush Orchestra konnte sich in der Nacht zu Sonntag mit seinem Lied „Stefania“ dank der Punkte des Publikums durchsetzen. In der Jury-Wertung hatte noch Großbritannien vorne gelegen. Lesen Sie hier mehr zum Sieg der Ukraine beim ESC 2022.

+++ 14. Mai - 23.17 Uhr +++

Deutschlands Grand-Prix-Vertreter Malik Harris hat bei seinem Auftritt am Samstagabend im italienischen Turin der Ukraine seine Solidarität bekundet. Am Ende seines Auftritts drehte er seine Gitarre um und zeigte auf der Rückseite eine Ukraine-Fahne mit der Aufschrift „Peace“ (Frieden).

Der 24-jährige Harris trat als 13. nach den favorisierten Ukrainern vom Kalush Orchestra („Stefania“) auf. In seinem Lied „Rockstars“ geht es um die Zeit in der Kindheit, in der Kinder noch die kleinen „Rockstars“ sind - bis sie später von den Problemen des Erwachsenenseins eingeholt werden.

Harris' Kulisse war zum überwiegend Teil seinem heimischen Studio nachempfunden, wo der Singer-Songwriter seine Musik macht. Die Teppiche stammen von dort. Seinem Lied sagten die Buchmacher allerdings kaum Chancen auf eine gute Platzierung voraus. Warum die Ukraine ein würdiger ESC-Sieger ist, lesen Sie hier.

+++ 14. Mai - 22.46 Uhr +++

Beim Eurovision Song Contest in Turin haben die Musiker aus der Ukraine am Ende ihres Auftritts ein politisches Statement abgegeben und damit die Regeln des Grand Prix verletzt. „I ask all of you: Please help Ukraine, Mariupol, help Asov stal - right now“, sagte Sänger Oleh Psjuk am Samstagabend (Ich bitte Euch alle: Helft der Ukraine, Mariupol und den Menschen im Asow-Stahlwerk). Laut Regelwerk sind „Texte, Ansprachen und Gesten politischer Natur“ auf der ESC-Bühne explizit verboten.

Die ESC-Moderatoren reagierten verblüfft und mit ernster Miene. Das Publikum bekundete der Ukraine derweil laut Solidarität. Die Zuschauer applaudierten stehend dem Kalush Orchestra mit ihrem Lied „Stefania“. Zu sehen waren zahlreiche ukrainische Fahnen und ein Transparent mit einem Herz. Im Finale stehen insgesamt 25 Länder.

Der Ukraine waren vor dem Wettbewerb hohe Chancen ausgerechnet worden, zu gewinnen. Derzeit könnte das Land aber bei einem Sieg keinen ESC ausrichten, weil in dem Land Kriegsrecht herrscht.

+++ 14. Mai - 22.15 Uhr +++

Beim Eurovision Song Contest (ESC) in Turin haben die Italiener Mahmood und Blanco mit ihrem Beitrag „Brividi“ die Stimmung zum Kochen gebracht. Bei der Übertragung am Samstagabend war das lauthals mitsingende Publikum während des gesamten Songs zu hören. Für die beiden Musiker war es ein Heimspiel, da der ESC in diesem Jahr in der norditalienischen Stadt Turin ausgetragen wird.

In ihrem Lied geht es darum, wie Liebe für einen körperlichen Schauer (Brividi) sorgt. Mahmood und Blanco treten bei dieser 66. Ausgabe des internationalen Musikwettbewerbs an, nachdem im Vorjahr die italienische Rockband Måneskin im niederländischen Rotterdam den ESC gewonnen hatte.

+++ 14. Mai - 21.08 Uhr +++

Im italienischen Turin hat am Samstagabend das Finale des Eurovision Song Contest (ESC) 2022 begonnen. Zu Beginn wurde der John-Lennon-Klassiker „Give Peace a Chance“ (Gib dem Frieden eine Chance) angespielt. 1000 Musiker spielten und sangen den Song auf einem großen Platz in Turins Innenstadt. In der ESC-Halle klatschten und sangen die 7000 Zuschauer den Text dann in einem riesigen Chor.

Grand-Prix-Moderatorin Laura Pausini eröffnete danach auf der Bühne mit einer bunten Lichtshow und einem emotionalen Popsong auf Italienisch den internationalen Gesangswettbewerb.

Der ESC ist in diesem Jahr wegen des Ukraine-Krieges politischer denn je. Der ukrainische Beitrag „Stefania“ der Band Kalush Orchestra gilt nicht zuletzt deswegen als heißer Kandidat für den Gesamtsieg. Die sechs Musiker aus der Westukraine sollten als Zwölfte auftreten. Danach war Deutschland mit Malik Harris und „Rockstars“ vorgesehen.

Deutschland hat den Eurovision Song Contest bisher zweimal gewonnen: 1982 mit Nicole („Ein bisschen Frieden“) und 2010 mit Lena („Satellite“). Im vergangenen Jahr kam Deutschland auf dem vorletzten Platz mit Jendrik und „I Don't Feel Hate“. 2021 gewann die italienische Band Måneskin. Deshalb ist Italien diesmal Gastgeber.

+++ 14. Mai +++

Während der letzten Generalprobe beim Eurovision Song Contest vor dem großen Finale am Samstagabend in Turin ist die italienische Gewinnerband Måneskin von 2021 anders als erwartet nicht aufgetreten. Stattdessen wurde ihr neuer Song „Supermodel“ zwar eingespielt, auf der Bühne standen jedoch statt der Bandmitglieder ersatzweise Tänzer. Die ESC-Generalprobe fand vor Publikum statt, das daraufhin buhte und protestierte. Ein Aufnahmeleiter bat auf der Bühne um Verständnis für den Ausfall. Unfälle passierten, sagte er zur Begründung. Sänger Damiano David ging am Freitag noch an einer Krücke, weil er sich am Bein verletzt hatte.

Die Europäische Rundfunkunion erklärte auf Nachfrage, Måneskin würden am Nachmittag noch eine nicht-öffentliche Probe haben und im Finale auftreten. Der Auftritt der vierköpfigen Band ist für den späten Samstagabend vorgesehen. Sie sollen spielen, nachdem die 25 Kandidaten bei der 66. Ausgabe des internationalen Musikwettbewerbs ihre Lieder sangen. Måneskin gewannen im vergangenen Jahr im niederländischen Rotterdam den ESC mit dem Rocklied „Zitti e buoni“.

Der deutsche Kandidat, Malik Harris, wünscht derweil der Ukraine einen Sieg im Finale. „Ich hoffe es sehr!“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Ich wäre froh und stolz, wenn das Kalush Orchestra in diesem Jahr gewinnen würde.“ Die ukrainische Band gilt als klarer Favorit beim Finale des ESC am Samstag im italienischen Turin.

„Es wäre doch ein sehr starkes Zeichen, wenn Europa die Ukraine zum Sieger erklären würde“, sagte Harris. „Und darüber hinaus finde ich den Titel 'Stefania' auch echt mega.“ Harris selbst war mit seinem Song „Rockstars“ am Freitag in den Wettbüros auf den letzten Platz abgerutscht.

Den 24-Jährigen stört das nach eigenen Angaben nicht. „Das ist für mich wirklich vollkommen irrelevant. Im Licht der Politik rückt alles andere in den Hintergrund“, sagte er. „Ich habe hier zwei Ziele: Ich will mein Bestes geben, und ich will es genießen. Und wenn mir diese beiden Dinge gelingen, bin ich glücklich.“

+++ 13. Mai +++

Eines ist Malik Harris gelungen: Der deutsche Starter beim Eurovision Song Contest (ESC) hat anders als die meisten seiner Vorgänger mit seinem Lied „Rockstars“ Spuren im Musikgeschäft hinterlassen. Das Lied wird regelmäßig im Radio gespielt, seine Streamingzahlen sind ordentlich. In Turin droht ihm nach Einschätzung der Wettbüros allerdings ein Debakel.

Nachdem beide Halbfinals des ESC vorbei sind, steht Harris inzwischen in den Wettbüros auf dem vorletzten Platz. Nur Rumänien wird noch schlechter eingeschätzt. Wer auf einen Sieg von Harris setzt, würde im Erfolgsfall für einen Euro Einsatz 1000 Euro bekommen, so schlecht werten die Buchmacher seine Siegchancen.

Dagegen gehört die schwedische Starterin Cornelia Jakobs mit dem Song „Hold Me Closer“ bei den Buchmachern der Wettbüros zu den Favoriten, am Tag vor dem Finale steht sie an dritter Stelle. Dicht hinter ihr auf dem vierten Platz folgt das italienische Duo Mahmood & Blanco (“Brividi“), auf Platz zwei steht mittlerweile der Brite Sam Ryder (“Space Man“). Alle drei hätten in einem normalen ESC-Jahr gute Chancen auf einen Sieg - ihre Lieder sind teilweise schon Hits oder zumindest auf dem Weg dorthin, und der ESC dürfte die Verkaufszahlen weiter in die Höhe treiben.

Aber dass einer aus dem Trio am Ende tatsächlich das gläserne Mikrofon des ESC-Gewinners in die Luft halten darf, scheint kaum vorstellbar. Mit einem riesigen Vorsprung liegt das Kalush Orchestra aus der Ukraine mit „Stefania“ bei den Wettquoten vorn. Mittlerweile hat die Gruppe den Vorteil, dass jeder ihr Lied kennt - die anderen 24 Finalisten dürften den meisten Zuschauern hingegen noch nichts sagen. Und das Publikum ist für die Hälfte der Punkte verantwortlich, die andere Hälfte kommt von Jurys.

+++ 12. Mai - Zweites Halbfinale - Finalteilnehmer stehen fest +++

Im zweiten Halbfinale des Eurovision Song Contest (ESC) haben sich weitere zehn Länder für die Endrunde am Samstag qualifiziert. Weiter kam am Donnerstagabend unter anderem die finnische Band The Rasmus mit „Jezebel“. Auch der schwedische Beitrag „Hold Me Closer“ von Cornelia Jakobs sowie Serbien mit Konstrakta und „In Corpore Sano“ schafften den Einzug ins Finale. Der Australier erfüllte sich seinen Traum mit der Finalteilnahme. Ausgeschieden sind Israel, Georgien, San Marino, Malta, Zypern, Irland, Nordmazedonien und Montenegro.

Damit stehen alle 25 Finalisten fest. Wie viele Punkte die 20 Länder aus den insgesamt zwei Vorschlussrunden bei der Abstimmung bekamen, wurde nicht bekannt gegeben, um das Finale nicht zu beeinflussen. Deutschlands Vertreter Malik Harris mit „Rockstars“ war für die letzte Runde ohnehin gesetzt, weil die Bundesrepublik zu den größten Geldgebern gehört. Direkt in der Endrunde sind zudem Frankreich, Spanien, Italien und Großbritannien.

Bereits im ersten Halbfinale qualifizierte sich die Ukraine mit dem Kalush Orchestra. Die Band mit ihrem Lied „Stefania“ gilt als Favorit auf dem Gesamtsieg. Bei den Buchmachern steht sie auf Platz eins. Bei einem Sieg wollen die Ukrainer trotz des seit zweieinhalb Monaten dauernden russischen Angriffskriegs den ESC 2023 dann auch in ihrer Heimat austragen.

Diese zehn Teilnehmer stehen im ESC-Finale 2022.

  • Finnland, The Rasmus mit „Jezebel“
  • Serbien, Konstrakta mit „In corpore sano“
  • Aserbaidschan, Nadir Rustamli mit „Fade To Black“
  • Australien, Sheldon Riley mit „Not The Same“
  • Estland, Stefan mit „Hope“
  • Rumänien, WRS mit „Llámame“
  • Polen, Ochman mit „River“
  • Belgien, Jérémie Makiese mit „Miss You“
  • Schweden, Cornelia Jakobs mit „Hold Me Closer“
  • Tschechische Republik, We Are Domi mit „Lights Off“

+++ 12. Mai - Ukrainischer ESC-Favorit macht sich Sorgen um Familie +++

Der Sänger der ukrainischen Band Kalush Orchestra, Oleh Psiuk, macht sich vor dem Finale des Eurovision Song Contest (ESC) am 14. Mai große Sorgen um seine Familie in der Ukraine. „Meine Mutter ist in der Ukraine und viele meiner Verwandten sind in der Ukraine, aber im Moment gibt es wirklich keinen sicheren Ort in der Ukraine“, sagte der 27-jährige Rapper der Nachrichtenagentur AFP in Turin.

Das Lied „Stefania“, mit der das Kalush Orchestra als Favorit ins ESC-Finale am Samstag eingezogen ist, schrieb Psiuk schon lange vor dem russischen Angriff im Februar. Es ist eigentlich eine Hommage an seine Mutter, wird nun aber auch als Hymne gegen den Krieg wahrgenommen: „Ich werde immer zu dir kommen, auch wenn alle Straßen zerstört sind“, heißt es in dem Lied, das Rap mit ukrainischer Folklore mixt.

„Wir fühlen uns hier wie auf einer Mission“, sagte Psiuk über den ESC. „Denn in diesem Moment, während wir hier sprechen, wird die ukrainische Kultur zerstört.“ Die Band betrachte es daher als ihre Aufgabe, „zu zeigen, dass sie lebt und viel zu bieten hat“.

Band glaubt bei Sieg an ESC 2023 in ihrem Land

Die Band glaubt daran, dass bei einem eigenen Sieg der Wettbewerb 2023 in ihrem derzeit vom Krieg heimgesuchten Land ausgetragen wird.

„Wenn es dazu kommt, dass wir den Eurovision Song Contest gewinnen, dann wird er im kommenden Jahr in der Ukraine stattfinden“, sagte Rapper Oleh Psjuk am Donnerstag bei einer Veranstaltung der deutschen Botschaft in Turin. Es sei egal, in welcher Stadt seines Landes der ESC dann über die Bühne gehe - Hauptsache in einer dann wieder glücklichen, wieder aufgebauten Ukraine.

+++ 12. Mai +++

Die Ukraine hat einen Grund zur Freude: Sie haben es - zugegebenermaßen als großer Favorit auf den ESC-Sieg - am Dienstag ins Finale geschafft. Neun andere Nationen, darunter die Schweiz, Portugal und die Niederlande zogen ebenfalls ins große Finale am Samstag, 14. Mai ein. Deutschland mit Vertreter Malik Harris (“Rockstars“) sowie Italien, Frankreich, Großbritannien und Spanien sind als „Big Five“ bereits für die Finalshow qualifiziert. Nun entscheidet sich im zweiten Halbfinale welche zehn Länder die Endrunde komplettieren.

Die 18 Teilnehmer des zweiten ESC-Halbfinals:

  • Finnland, The Rasmus mit „Jezebel“
  • Israel, Michael Ben David mit „I.M“
  • Serbien, Konstrakta mit „In corpore sano“
  • Aserbaidschan, Nadir Rustamli mit „Fade To Black“
  • Georgien, Circus Mircus mit „Lock Me In“
  • San Marino, Emma Muscat mit „I Am What I Am“
  • Malta, Achille Lauro mit „Stripper“
  • Australien, Sheldon Riley mit „Not The Same“
  • Zypern, Andromache mit „Ela“
  • Irland, Brooke mit „That‘s Rich“
  • Nordmazedonien, Andrea mit „Circles“
  • Estland, Stefan mit „Hope“
  • Rumänien, WRS mit „Llámame“
  • Polen, Ochman mit „River“
  • Montenegro, Vladana mit „Breathe“
  • Belgien, Jérémie Makiese mit „Miss You“
  • Schweden, Cornelia Jakobs mit „Hold Me Closer“
  • Tschechische Republik, We Are Domi mit „Lights Off“

+++ 11. Mai +++

Männer in gelben Wolfsmasken, muskulöse Tänzer mit blanken Oberkörpern, Feuerfontänen und ein Sänger aus Moldau mit schrillen Klamotten, die einen eigenen Kleidungsstil bilden könnten: Es war am Dienstagabend - fast - alles wie immer beim Eurovision Song Contest (ESC). Im ersten Halbfinale erinnerte nur der Auftritt des ukrainischen Kalush Orchestra daran, dass Europa gerade eigentlich Kriegssorgen hat.

Politische Äußerungen sind vom Regelwerk aber eigentlich untersagt. Es soll wie bei den Olympischen Spielen nur um das Ereignis als solches gehen. Und so verzichteten zumindest im ersten Halbfinale die Starter der anderen Länder auf politische Meinungsäußerungen.

Dem Showcharakter tat diese Regel gut - außerdem kam so die einzige Meinungsäußerung im Zusammenhang mit dem Krieg stärker zum Tragen. Oleh Psiuk, Sänger des Kalush Orchestra, sprach einen Dank für die Solidarität der Europäer mit seinem Heimatland aus.
Neben der Ukraine qualifizierte sich am Dienstagabend unter anderem auch die norwegische Band Subwoolfer mit dem Lied „Give That Wolf A Banana“. Die inkognito mit gelben Wolfsmasken auftretenden Sänger zählen zu den skurrilsten Startern dieses Jahres.

Zu den größten Konkurrenten der Ukraine zählen allerdings Teilnehmer, die sich nicht qualifizieren müssen, weil sie zu den fünf größten Ländern des ESC gehören. Das Duo Mahmood und Blanco von Vorjahressieger Italien ist mit seiner einfühlsamen Ballade „Brividi“ schon unabhängig vom ESC weltweit in den Charts erfolgreich. Der Brite Sam Ryder landete mit seinem „Spaceman“ ebenfalls einen Hit. Beiden wäre der Sieg ebenfalls zuzutrauen. Deutschland ist mit seinem Starter Malik Harris ebenfalls direkt für das Finale der 25 am Samstag qualifiziert. Harris liegt in den Wettbüros allerdings weit zurück, konnte aber immerhin über die Social-Media-Plattform TikTok einige neue Fans gewinnen.

Der 66. Eurovision Song Contest könnte angesichts der vielen guten Starter als einer der musikalisch besseren Jahrgänge in Erinnerung bleiben. Da die Jury mehr auf die Musik achte und ein genauso großes Gewicht bei der Abstimmung hat wie das Publikum, das in diesem Jahr viele Solidaritätspunkte in die Ukraine vergeben könnte, scheint das Rennen um das gläserne Mikrofon noch nicht entschieden. Die Organisatoren versprechen unter dem Motto „The Sound of Beauty“ eine heitere Show - auch wenn in Europa Krieg ist.

+++ 10. Mai - 1. Halbfinale +++

Das Kalush Orchestra qualifizierte sich Dienstagabend im ersten Halbfinale des ESC in Turin als eines von zehn Ländern fürs Finale. Die Halbfinal-Show war ein abwechslungsreicher Mix aus schrillen Showelementen und starken Gesangseinlagen.Im

Kalush Orchestra haben ihren Auftritt mit einer kurzen Botschaft zum Angriff Russlands auf ihr Heimatland beendet. „Danke für die Unterstützung der Ukraine“, sagte Sänger Oleh Psiuk nach dem Auftritt mit dem Lied „Stefania“ auf Englisch. Das Publikum feierte den Auftritt der Gruppe.

Das Kalush Orchestra gilt in den Wettbüros als Favorit auf den Sieg des diesjährigen ESC-Finales, das am Samstagabend stattfindet. Die Ukraine schaffte die erste Hürde und löste im ersten Halbfinale das Ticket für das Finale. 17 Länder traten im ersten Vorentscheid an, zehn davon werden am Samstag noch mal die Bühne in Turin betreten dürfen. Deutschland mit seinem Starter Malik Harris mit dem Lied „Rockstars“ ist als eines der fünf großen Geldgeberländer fürs Finale gesetzt.

Diese zehn Teilnehmer stehen im ESC-Finale 2022

  • Schweiz, Marius Bear mit „Boys Do Cry“
  • Litauen, Monika Liu mit „Sentimentai“
  • Ukraine, Kalush Orchestra mit „Stefania“
  • Niederlande, S10 mit „De Diepte“
  • Moldawien, Zdob și Zdub mit „Trenuleţul“
  • Portugal, Maro mit „Saudade, saudade“
  • Island, Systur mit „Með hækkandi sól“
  • Griechenland, Amanda Georgiadi Tenfjord mit “Die Together“
  • Norwegen, Subwoofler mit „Give That Wolf A Banana“
  • Armenien, Rosa Linn mit „Snap“

Ausgeschieden sind im ersten Halbfinale hingegen sieben Starter: Albanien, Österreich, Bulgarien, Kroatien, Dänemark, Slowenien und Lettland. Besonders das Ausscheiden Albaniens und Österreichs kam überraschend, beide Länder wurden zumindest bei den Fans hoch gehandelt.

Am Donnerstag können sich zehn weitere Länder für das ESC-Finale qualifizieren. Im Finale selbst treten am Samstagabend 25 Länder gegeneinander an: die 20 in den Halbfinals erfolgreichen Starter sowie die fünf großen Geldgeber des Wettbewerbs, Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Felicia Lu verlässt die deutsche Jury

Nach gerade mal einem Tag ist Sängerin Felicia Lu schon wieder aus der deutschen Jury für den Eurovision Song Contest herausgeflogen. Die 26-Jährige hat Regeln der Veranstalter verletzt - sie hatte schon im Vorfeld ihre Favoriten für den ESC bekannt gemacht. Die Singer/Songwriterin habe bereits im März ihre Lieblinge veröffentlicht, teilte der Norddeutsche Rundfunk am Dienstag in Hamburg mit. Die Regeln besagen allerdings, dass Mitglieder einer nationalen Jury das nicht dürfen. „Die entsprechende Vereinbarung hatte Felicia Lu im April unterschrieben. Daher sah sich der NDR in Absprache mit der European Broadcasting Union (EBU) leider gezwungen, sie aus der Jury auszuschließen.“ Die EBU organisiert den Wettbewerb.

Lu, die in diesem Jahr auch zum ESC wollte und sich im deutschen Vorentscheid nicht hatte durchsetzen können, war erst am Montag als Teil der fünfköpfigen Jury bekanntgegeben worden. Sie wird nun durch die KiKA-Fernsehmoderatorin Jessica Schöne (33) ersetzt, die auch schon von Junior ESC berichtet hat. Sie wird damit am 11. und am 14. Mai gemeinsam mit Michelle, Max Giesinger, Tokunbo und Christian Brost die ESC-Kandidaten des zweiten Halbfinales und des Finales bewerten. Die entsprechenden Jurypunkte - und damit 50 Prozent der deutschen Punkte - verkündet wie gewohnt Moderatorin Barbara Schöneberger.

Für Deutschland tritt beim Finale am Samstag im italienischen Turin Malik Harris mit dem Lied „Rockstars“ an. Der deutsche Beitrag ist stets direkt für die Endausscheidung gesetzt, weil die Bundesrepublik zu den größten Geldgebern der Veranstaltung zählt.

+++ 10. Mai +++

Im ersten Halbfinale des ESC 2022 werden am Dienstag, 10. Mai 2022 ab 21 Uhr bei ARD one die nächsten zehn Finalteilnehmer auserkoren. Deutschland, Italien, Großbritannien, Frankreich und Spanien stehen derweil schon als Finalisten fest, da sie als fünf größte Nationen Europas zu den sogenannten „Big Five“ gehören und damit automatisch qualifiziert sind. Die übrigen 35 Teilnehmer müssen sich erst in zwei Halbfinals für die Finalrunde am Samstag, 14. Mai qualifizieren.

Die 17 Teilnehmer des ersten Halbfinals am 10. Mai (sortiert nach Startnummer):

  1. Albanien, Ronela Hajati mit „Sekret“
  2. Lettland, Citi Zēni mit „Eat Your Salad“
  3. Litauen, Monika Liu mit „Sentimentai“
  4. Schweiz, Marius Bear mit „Boys Do Cry“
  5. Slowenien, LPS mit „Disko“
  6. Ukraine, Kalush Orchestra mit „Stefania“
  7. Bulgarien, Intelligent Music Project mit „Intention“
  8. Niederlande, S10 mit „De Diepte“
  9. Moldawien, Zdob și Zdub mit „Trenuleţul“
  10. Portugal, Maro mit „Saudade, saudade“
  11. Kroatien, Mia Dimšić mit „Guilty Pleasure“
  12. Dänemark, Reddi mit „The Show“
  13. Österreich, LUM!X & Pia Maria mit „Halo“
  14. Island, Systur mit „Með hækkandi sól“
  15. Griechenland, Amanda Georgiadi Tenfjord mit “Die Together“
  16. Norwegen, Subwoofler mit „Give That Wolf A Banana“
  17. Armenien, Rosa Linn mit „Snap“

Welche Künstler es schließlich ins Finale schaffen, wird von den 40 teilnehmenden Ländern bestimmt. Die Ukraine hat laut den Buchmachern nicht nur die größten Chancen, das Halbfinale zu überstehen, sondern gilt auch als größter Favorit auf den Sieg des ESC 2022.

+++ 9. Mai +++

Nach den beiden Halbfinals am 10. Mai und am 12. Mai stehen die 25 Finalteilnehmer des diesjährigen ESC fest. Deutschland mit Teilnehmer Malik Harris, Gastgeberland Italien, Frankreich und Spanien sowie Großbritannien sind als größte Nationen beim ESC bereits für die Finalrunde qualifiziert. Doch wer wird am kommenden Samstag am besten abschneiden?

Der europäische ESC-Fanclub OGAE (Organisation Générale des Amateurs de L'Eurovision) hat hierzu eine Umfrage durchgeführt - mit überraschendem Ausgang. So ist nicht etwa die Ukraine mit der Band Kalush Orchestra, die laut Buchmachern zu den absoluten Favoriten zählt, auf dem ersten Platz des Votings zu finden. Stattdessen konnte Schweden mit Kandidatin Cornelia Jakobs und ihrem Song „Hold Me Closer“ bei der Vor-Abstimmung am ehesten überzeugen. Dahinter reiht sich Vorjahressieger und Gastgeber Italien mit dem Duo Mahmood & Blanco ein, die ihren gemeinsamen Song „Brividi“ performen. Kann Italien den ESC also etwa zweimal hintereinander gewinnen?

Deutschland landet im Fanclub-Voting derweil auf einem enttäuschenden 24. Platz - mit mageren zwei Punkten. Trotzdem bleibt der deutsche Kandidat Malik Harris optimistisch und hofft auf ein gutes Ergebnis beim ESC. „Allein bei der Vorstellung, mein ganzes Heimatland Deutschland bald mit meiner Musik und diesem Song, den ich letztes Jahr in meinem Schlafzimmer zu Papier gebracht habe, zu repräsentieren, bekomme ich Gänsehaut“, so der 24-Jährige im Interview.

Die ukrainischen Teilnehmer der Band Kalush Orchstra finden sich im Voting nur auf Platz 11 wieder. Sie wollen die Bühne in Turin aber trotzdem nutzen und eine noch unbekannte Botschaft im Bezug auf den andauernden Konflikt in der Ukraine verkünden.

+++ 6. Mai +++

Manche Musikdarbietung beim Eurovion Song Contest (ESC) mag wirken wie reine Willkür, doch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterliegen eigentlich strengen Regeln.

Zur Teilnahme am ESC sind nur Personen erlaubt, die älter als 16 Jahre sind und Bands dürfen mit nicht mehr als sechs Personen antreten. Laut einer seit mehr als 50 Jahren geltenden Vorgabe dürfen die Auftritte der Wettbewerber maximal drei Minuten lang sein. Wie die finnische Band Pertti Kurikan Nimipäivät 2015 mit ihrem anderthalb minütigen Auftritt allerdings zeigte, können die Künstler auch kürzer als drei Minuten auf der Bühne stehen.

Zudem sind Texte, Ansprachen und Gesten mit politischem Hintergrund ebenso wie Werbung nicht erlaubt. Dies könnte in diesem Jahr spannend werden, weil sich die ukrainischen Teilnehmer Kalush Orchestra angeblich etwas für ihren Auftritt ausgedacht haben. Ein Regelverstoß der Ukrainer dürfte trotz der großen Solidarität mit dem von Russland angegriffenen Land geahndet werden.

In zwei Halbfinals am 10. und 12. Mai können sich jeweils zehn Länder qualifizieren. Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien und Spanien sind bereits automatisch für das Finale qualifiziert. In der Finalshow am 14. Mai tragen die Jury und das Publikum dann schließlich gleichermaßen zur Punktevergabe bei. Punkten können allerdings nur die zehn besten Länder. Platz eins erhält die berühmten 12 Punkte, Platz zwei 10, Platz drei 8 und dann herabzählend bis zur Eins.

Schließlich werden die Jury-Punkte mit denen des Publikums addiert. Allerdings wird erst am Schluss der Publikumsliebling bekannt gegeben und dessen Gesamtpunktzahl veröffentlicht. Damit steht auch erst am Ende der Show der ESC-Gewinner fest.

+++ 5.Mai +++

Die ukrainischen Vertreter beim diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) sehen sich auf einer „besonderen Mission“. Die sechsköpfige Band Kalush Orchestra reiste vor kurzem aus der von Russland angegriffenen Ukraine in die italienische Stadt Turin, wo am 14. Mai das Finale des ESC stattfinden wird. „Wir haben mit der Unterstützung des nationalen Rundfunks eine Erlaubnis bekommen, das Land temporär zu verlassen. Wir haben eine besondere Mission“, erklärte der 27-Jährige Rapper Oleh Psjuk, der Teil des Ensembles ist.

Die Band tritt bei der diesjährigen Ausgabe des Musik-Wettbewerbs mit dem Lied „Stefania“ an. Den Song - eine Mischung aus Rap und traditioneller Musik der Ukraine - widmete Psjuk nach eigener Aussage seiner Mutter und schrieb ihn lange vor dem Krieg. Der Konflikt im Heimatland von Kalush Orchestra erschwerte die Vorbereitungen auf den ESC: „Leider konnten wir uns wegen des Krieges lange nicht treffen, um zu proben“, so Psjuk.

Am 10. Mai tritt das Kalush Orchestra im ersten Halbfinale des ESC auf. Das muss es überstehen, um ins Finale am Samstagabend einzuziehen. Deutschland mit Vertreter Malik Harris und seinem Song „Rockstars“ ist dafür bereits gesetzt. Geht es nach den Buchmachern, stehen die Chancen für das Kalush Orchestra gut: Der ukrainische Beitrag wird derzeit auf Platz eins und damit als ESC-Topfavorit gelistet. „Es wäre der Sieg für alle in der Ukraine“, sagte Psjuk. Gerade jetzt sei es so wichtig für die Ukraine, in jeglicher Hinsicht zu gewinnen.

+++ 4. Mai +++

Wie geht es dem deutschen ESC-Teilnehmer kurz vor seinem Auftritt?

Zum 66. Mal findet am 14. Mai der Eurovision Song Contest (ESC) statt, diesmal im italienischen Turin. Dann braucht Malik Harris starke Nerven. Denn an diesem Tag wird er abends auf der Bühne stehen, vor Millionen Fernsehzuschauern in ganz Europa. Und Harris singt seinen Song „Rockstars“ für Deutschland. Wie geht es dem Nachwuchs-Rockstar nun kurz davor?
„Bei mir knallt die Aufregung immer erst ein paar Sekunden, bevor ich auf die Bühne gehe, richtig rein. Bis dahin bin ich noch ganz entspannt und freue mich“, sagt der 24-Jährige, der im Städtchen Landsberg am Lech südwestlich von München lebt. Im beschaulichen Bayern verbrachte er auch den Großteil seiner Kindheit und seiner Jugend.

Nun also der ESC. „Ich fühl mich ultra geehrt, dass ich da ausgewählt wurde.“ Dass deutsche Sänger in vergangenen Jahren meist auf hinteren Plätzen landeten, stört Harris dabei nicht. „Jetzt kann ich sagen, Deutschland war immer mies und du kannst eigentlich fast nur besser sein.“ Zudem sehe er das Ganze weniger als Wettbewerb, eher als „ein schönes Zusammenkommen“, auch wenn er natürlich sein Bestes geben wolle.

Ein Sieg von Kalush Orchestra aus der Ukraine mit dem Song „Stefania“ aus Solidarität, das wäre für Harris in Ordnung. Doch das habe die Band nicht nötig: „Ich habe den Song der Ukraine gehört und der ist echt stabil, unabhängig von allem könnte der auch gewinnen.“ Sein Bestes geben will der 24-Jährige trotzdem. Und egal, wie es für ihn ausgehen wird, feiern und genießen will er in Turin auf jeden Fall: „So oder so, es wird eine kurze Nacht“.

+++ 2. Mai +++

In der Ukraine fallen die Bomben, und in Turin sprühen die Feuerfontänen: Der Eurovision Song Contest in Italien dürfte eine Gratwanderung werden. Oleh Psiuk, Sänger des ukrainischen Starters Kalush Orchestra, spürt vor allem die Rückendeckung der Ukrainer vor seinem Auftritt.

Sie wünschen uns Glück und sagen, dass das jetzt sehr wichtig ist für die Ukraine“, so der Sänger zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Das Kalush Orchestra mit dem Song „Stefania“ gilt in den Wettbüros dementsprechend als Favorit für den Sieg.
Viel konkreter sind allerdings die unmittelbaren Auswirkungen des Kriegs auf die Band: Eines der Mitglieder wird nicht in Turin auf der Bühne stehen, weil der Mann gerade als Kämpfer Kiew verteidigt. Wie sich die Band zum Krieg in ihrem Heimatland äußern will, wollte Psiuk aber vor dem 10. Mai nicht verraten. An diesem Abend findet das erste Halbfinale statt, in dem sich die Ukraine zunächst mit neun anderen Ländern qualifizieren muss.

Deutschland mit Kandidat Malik Harris und seinem Song „Rockstars“ zählt laut jüngsten Zuschauerumfragen nicht zum Favoritenkreis des ESC. Die Fanabstimmung setzte allerdings auch die Ukraine nicht nach ganz oben, stattdessen liegt Schweden mit Cornelia Jakobs ganz knapp vor dem Vorjahressieger Italien mit dem Duo Mahmood & Blanco.

+++ 22. April +++

Am 14. Mai 2022 findet der 66. Eurovision Song Contest in Turin, Italien statt. 40 Länder nehmen an dem Wettbewerb teil, die sich in zwei Halbfinals für das Finale qualifizieren können, in dem dann 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Musikwettstreit gegeneinander antreten. Deutschland, Gastgeber Italien, Großbritannien, Frankreich und Spanien sind automatisch für die Endrunde qualifiziert. Am Dienstag, 10. Mai um 21 Uhr findet das erste Halbfinale statt, zwei Tage später das zweite Halbfinale, bei denen sich jeweils 10 Länder für das Finale am Samstag, 14. Mai qualifizieren können.

Nachdem beim letzten ESC die italienische Band Måneskin triumphieren konnte, darf nun Italien dieses Jahr den Wettbewerb veranstalten. Austragungsort ist in diesem Jahr die norditalienische Stadt Turin, die sich gegen 17 andere italienische Städte, darunter Rom, Mailand und Bologna bei der Auswahl durchsetzen konnte.

Teilnehmer beim ESC 2022

Für Deutschland geht der Gewinner des Vorentscheids „12 Points Germany“ Malik Harris ins Rennen. Der 24-Jährige wird beim ESC seinen Gewinnersong „Rockstars“ performen. Italien schickt im eigenen Land die beiden Sänger Mahmood und Blanco mit dem italienischen Song „Brividi“ ins Rennen, Großbritannien Sam Ryder mit „Space Man“. Die Sängerin Chanel tritt für Spanien mit dem Song „SloMo“ an, Frankreich wird beim ESC von Alvan & Ahez mit „Fulenn“ vertreten. Alle Teilnehmer des diesjährigen Eurovision Song Contest finden Sie hier.

Die Vorjahressieger beim Eurovision Song Contest

Letztes Jahr konnte die italienische Gruppe Måneskin mit ihrem Lied „Zitti e buoni“gewinnen. 2020 fiel die Veranstaltung aufgrund der weltweit um sich greifenden Corona-Pandemie aus. Davor holte Duncan Laurence mit „Arcade“ in Lissabon den Titel für die Niederlande. Dort fand auch der ESC 2021 statt.
2018 gewann Netta mit „Toy“ für Israel, 2017 Salvador Sobral mit „Amar pelos dois“ für Portugal und 2016 die Sängerin Jamala mit 1944 für die Ukraine.

Für Deutschland holte zuletzt Lena mit „Satellite“ 2010 den Sieg. Es war erst der zweite deutsche Triumph, nachdem Nicole 1982 mit „Ein bißchen Frieden“ im britischen Harrogate das erste mal gewinnen konnte. Mehr zu den bisherigen ESC-Gewinnern finden Sie in der Bildergalerie.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So lief das zweite Halbfinale beim ESC in Turin

(felt/joko/mro/zim/hebu/dpa/afp)