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ESC 2020: Wettbewerb in Rotterdam abgesagt - neues Datum steht noch nicht fest

Eurovision Song Contest 2020 : Wettbewerb abgesagt - neues Datum steht noch nicht fest

Im Mai sollte der 65. Eurovision Song Contest in Rotterdam stattfinden. Trotz der Ausbreitung des Coronavirus in Europa liefen die Vorbereitungen bis März weiter. Nun wurde der Wettbewerb abgesagt, zum Bedauern der Organisatoren.

Wegen der Coronavirus-Pandemie ist nun auch der Eurovision Song Contest (ESC) abgesagt worden. Das ESC-Finale, das am 16. Mai in Rotterdam stattfinden sollte, müsse abgesagt werden, teilten die Veranstalter am Mittwoch mit. Die Niederlande sind Gastgeber, weil im vergangenen Jahr der niederländische Sänger Duncan Laurence gewonnen hatte. Für Deutschland sollte in diesem Jahr der 22-jährige Ben Dolic antreten.

„Mit großem Bedauern müssen wir die Absage des Eurovision Song Contest in Rotterdam bekanntgeben“, teilte die Europäische Rundfunkunion (EBU) mit. Grund dafür seien die „Ungewissheit“, die die Ausbreitung des Coronavirus in ganz Europa mit sich gebracht habe - und die von den Staaten, in denen der Gesangswettbewerb ausgestrahlt worden wäre, verhängten Einschränkungen. Im Mittelpunkt der „schwierigen Entscheidung“ habe die Gesundheit der betroffenen Künstler, Mitarbeiter, Fans und Zuschauer gestanden, hieß es weiter.

Die Veranstalter hoben hervor, dass der ESC seit seiner Gründung 1956 jedes Jahr vor Publikum stattgefunden habe. „Wir sind sehr stolz auf den Eurovision Song Contest, der seit 64 Jahren die Menschen in ganz Europa vereint“, erklärte ESC-Chef Jon Ola Sand. „Und wir sind zutiefst enttäuscht über diese Situation.“ Gemeinsam mit ihren Partnern werde die EBU prüfen, ob es möglich sein werde, den ESC im kommenden Jahr in Rotterdam stattfinden zu lassen.

Als deutscher Beitrag beim ESC hatte sich im Auswahlverfahren des Norddeutschen Rundfunks (NDR) Ende Februar der 22-jährige Wahlberliner Ben Dolic durchgesetzt. Der gebürtige Slowene war bereits 2016 in seinem Heimatland beim ESC-Vorentscheid angetreten. In Berlin lebt er erst seit Anfang des Jahres. Bei der Aufzeichnung der Sendung „Unser Lied für Rotterdam“ im NDR Ende Februar hatte Dolic gesagt, es sei immer sein „Traum“ gewesen, einmal beim ESC anzutreten.

+++Teilnehmer stehen fest+++

Nach dem Finale des populären Melodifestivalen in Schweden und anderen letzten nationalen Vorentscheiden stehen jetzt alle 41 Teilnehmer des diesjährigen Eurovision Song Contest fest. Die Vorbereitungen für den 65. ESC Mitte Mai in Rotterdam laufen trotz Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Europa weiter. Die Lage in den Niederlanden und in ganz Europa werde aber ständig beobachtet, hatte die Europäische Rundfunkunion (EBU) als Veranstalter kürzlich mitgeteilt. Einige Länder untersagen in den nächsten Wochen große Veranstaltungen, um eine zu schnelle Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 zu verhindern, das die neue Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

Die ESC-Halbfinals sind für den 12. und 14. Mai geplant, wobei im zweiten Österreich und die Schweiz antreten. Deutschland als einer der großen Geldgeber ist automatisch gesetzt fürs Finale am 16. Mai.

Für Deutschland soll der aus Slowenien stammende 22-jährige Ben Dolic mit dem Lied „Violent Thing“ eine gute Platzierung holen - anders als in den vergangenen Jahren, als Deutschland meist weit hinten landete.

Für Schweden tritt die Frauenband The Mamas („Move“) an, wie am Samstagabend beim Melodifestivalenfinale ermittelt wurde.

Für Zypern soll der deutsche Sänger Sandro zum ESC in Rotterdam reisen. Bei Fans besonders beliebt sind bislang zum Beispiel die Beiträge aus Litauen (The Roop mit „On Fire“), Bulgarien (Victoria mit „Tears Getting Sober“) und Island (Daði & Gagnamagnið mit „Think About Things“). Für Österreich singt Vincent Bueno („Alive“) und für die Schweiz der Sänger Gjon's Tears („Répondez-moi“).

+++ Russland schickt Punk Band +++

Russland will mit der Punkpop-Band Little Big beim Eurovision Song Contest (ESC) in Rotterdam punkten. „Es ist eine große Verantwortung, Russland zu vertreten“, sagte der Sänger nach Bekanntwerden seiner Nominierung dem russischen Sender Perwy Kanal am späten Montagabend. Mit welchem Lied die Band teilnehmen wird, war zunächst nicht bekannt. „Das Lied wird Spaß machen“, hieß es. Es werde auch „brasilianische Elemente“ enthalten.

Die Band aus St. Petersburg ist in Russland sehr bekannt – auch wegen ihrer ausgefallenen Choreographien. Mit dem Spaßlied „Skibidi“ landete die Band 2018 in ihrer Heimat einen Riesenhit; das Video mit ungewöhnlicher Tanzeinlage wurde im Internet millionenfach geklickt.

In den vergangenen Jahren setzte Russland beim ESC vor allem auf Balladen. Mit dem russischen Megastar Sergej Lasarew erreichte das Land 2019 den dritten Platz. Für Aufmerksamkeit sorgte Russland auch vor einigen Jahren, als sie die bunte Oma-Band Buranowskije Babuschki zu dem Wettbewerb schickte und den zweiten Platz holte. Bislang holte Moskau nur einmal im Jahr 2008 den Sieg, ebenfalls mit einer Ballade.

Der Eurovision Song Contest 2020 findet im Mai im niederländischen Rotterdam statt. Vertreter aus 41 Ländern werden teilnehmen. Für Deutschland geht der 22 Jahre alte Ben Dolic mit dem Dance-Popsong „The Violent Thing“ an den Start.

(mja/c-st/dpa)