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Blues-Legende: Etta James an Krebs gestorben

Blues-Legende : Etta James an Krebs gestorben

Die Blues- und Soulsängerin Etta James ist tot. James starb am Freitag im Alter von 73 Jahren infolge von Komplikationen ihrer Leukämie-Erkrankung in einem Krankenhaus in Los Angeles, wie ihr Manager Lupe De Leon mitteilte. Die schwarze Sängerin, die in ihrer sechs Jahrzehnte langen Karriere drei Dutzend Alben aufnahm, war vor allem für die Songs "At Last" und "Id Rather Go Blind" bekannt.

Die US-Künstlerin hatte Leukämie im Endstadium, zudem litt sie an Hepatitis C und Altersdemenz. 2009 beendete sie ihre musikalische Karriere. Im Laufe ihres Lebens hatte die sechsfache Grammy-Gewinnerin, die am kommenden Mittwoch 74 Jahre alt geworden wäre, viele Exzesse durchlebt. Nach eigenen Angaben wäre sie durch ihren Heroin-Konsum in den 1960er Jahren beinahe gestorben. Mehrmals begab sie sich in Entziehungskuren.

Nach Angaben ihres Managers waren James Ehemann Artis Mills und ihre Söhne Donto und Sametto James bei ihrem Tod an ihrer Seite. Zwischen Artis Mills und Donto James herrscht seit geraumer Zeit Streit um das Vermögen der Sängerin, der auch vor Gericht ausgetragen wurde.

James Tod löste unter Weggfährten Bestürzung aus. "Etta war die Matriarchin des Rhythm and Blues", sagte Billy Wilson vom Verein der ehemaligen Künstler des Motown-Plattenlabels, das viele namhafte schwarze Musiker zu Stars machte. "Sie hat die Fundamente all dessen gelegt, was man Soul-Musik nennt." In Andenken an die Sängerin legten Fans Blumen auf ihren Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

Etta James, die mit richtigem Namen Jamesetta Hawkins hieß, wurde am 25. Januar 1938 in Los Angeles in schwierigen Verhältnissen geboren. Ihre von einigen als Prostituierte beschriebene Mutter war erst 14 Jahre alt, als sie schwanger wurde. Der Vater blieb offiziell unbekannt. James will jedoch von ihrer Mutter und anderen erfahren haben, dass ihr Vater der erfolgreiche Billard-Spieler Minnesota Fats war. Wie dieser kämpfte die Sängerin ihr Leben lang mit Übergewicht. In späteren Jahren brauchte James Hilfe, um auf die Bühne zu kommen.

Im Alter von 14 Jahren krempelte eine Begegnung mit dem Bandleader Johnny Otis ihr Leben um. Unter dem Namen Etta James trat sie mit der Band The Peaches auf und hatte 1955 mit "The Wallflower (Dance With Me, Henry)" ihren ersten Nummer-Eins-Hit in den R&B-Charts. Fünf Jahre später nahm James, die ihre Stimme innerhalb einer Silbe zwischen sanft und rauchig verändern konnte, den legendären Song "At Last" auf. Im Januar 2009 sang die Sängerin Beyoncé den Klassiker beim Ball zur Amtseinführung von US-Präsident Barack Obama.

James nahm dies Obama übel: Einen Monat später schimpfte sie auf den Präsidenten, der es gewagt habe, "diese Frau MEIN Lied singen zu lassen". Sie werde Beyoncé "den Hintern versohlen", sagte James damals. Beyoncé, die James 2008 im Film "Cadillac" verkörperte, hatte sich dagegen voller Bewunderung über die Soul-Sängerin geäußert.
Nach James Tod war Beyoncé eine der Ersten, die reagierten: "Das ist ein riesiger Verlust", erklärte die R&B-Diva. "Etta James war eine der größten Sängerinnen unserer Zeit. Ich kann mich glücklich schätzen, so eine Königin getroffen zu haben." Neben Beyoncé hatten sich auch Diana Ross sowie jüngere Sängerinnen wie Adele und die im vergangenen Jahr gestorbene Amy Winehouse von Etta James inspirieren lassen.

(AFP)