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"Ring des Nibelungen" in Bayreuth: Ein letztes Mal unter Tankred Dorst

"Ring des Nibelungen" in Bayreuth : Ein letztes Mal unter Tankred Dorst

Bayreuth (RPO). Bei den Bayreuther Festspielen beginnen am Dienstag die letzten Aufführungen von Richard Wagners "Ring des Nibelungen" in der Regie von Tankred Dorst. Die Inszenierung der Tetralogie des 84-jährigen Dramatikers wird seit 2006 bei den Festspielen gezeigt und läuft in dieser Saison aus.

Für 2013, das Jahr des doppelten Wagner-Jubiläums mit seinem 200. Geburtstag und 130. Todestag, ist am Grünen Hügel ein neuer "Ring" geplant. Regisseur und musikalische Leitung stehen noch nicht fest.

Vor allem bei der Premiere von Dorsts "Ring" waren die Aufführungen von "Rheingold", "Walküre", "Siegfried" und "Götterdämmerung" vom Festspiel-Publikum stets mit Buh-Rufen, aber auch mit Bravos quittiert worden. Stehende Ovationen gab es dagegen regelmäßig für den Dirigenten Christian Thielemann, einen ausgewiesenen Wagner-Spezialisten.

Dorst siedelt den "Ring" auf einer Bühne an, in der sich Gegenwart und eine nicht auszumachende - märchenhafte - Zeit mischen. Die Zeit der Götter trifft auf das Heute: ein Nobelhotel, ein Abbruchhaus, eine struppige Wiese. Im ehemaligen Physiksaal einer verlassenen Schule sitzt Mime und versucht, das zerbrochene Schwert zusammenzuflicken. Die Tiefen des Rheins, wo die Rheintöchter ihr heiß begehrtes Gold hüten, wird zum imposanten Meer aus Gesteinsbrocken (Bühne: Frank Philipp Schlößmann). Die Götter in plastisch ausgeformten hellen Kreationen (Kostüme: Bernd Skodzig) mit Fantasy-Details treffen sich im tristen Ambiente einer verlassenen Aussichtsplattform. Nibelheim wird in eine Energieversorgungsanlage verfrachtet.

Unter der Leitung des Komponisten selbst war die gesamte Tetralogie 1876 erstmals im Bayreuther Festspielhaus aufgeführt worden. Mit einer Aufführungsdauer von etwa 16 Stunden, verteilt auf vier Tage, einer Orchesterbesetzung von über 100 Musikern und mit 34 Solisten plus Männer- und Frauenchor ist es eines der umfangreichsten Bühnenwerke und Kompositionen überhaupt.

Am Mittwoch folgt mit der "Walküre" Teil zwei der "Ring"-Tetralogie.

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(DDP/felt)