Echo 2018: Heiko Maas kritisiert Preis für Kollegah und Farid Bang und lobt Campino

Echo-Verleihung: Maas kritisiert Preis für Skandal-Rapper und lobt Campino

Die Antisemitismus-Debatte um Kollegah und Farid Bang geht weiter. Außenminister Maas kritisiert die Echo-Preisverleihung als "beschämend" und lobt Campino für dessen Rede. Die beiden Rapper gehen darauf nicht weiter ein: "Wir sind die Gewinner."

"Antisemitische Provokationen haben keine Preise verdient, sie sind einfach widerwärtig", twitterte Bundesaußenminister Heiko Maas am Freitag. "Dass am Holocaustgedenktag ein solcher Preis verliehen wird, ist beschämend." Maas würdigte dagegen den Auftritt von Toten-Hosen-Sänger Campino. "So wie #Campino müssen wir uns schützend vor jüdisches Leben stellen - jeden Tag und überall."

Die beiden Rapper waren am Donnerstagabend für ihr Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 3" mit dem renommierten Musikpreis ausgezeichnet worden. Sie stehen wegen der Textzeile "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" in der Kritik. Die Auszeichnung erfolgte am 12. April, an dem vor allem Israel an die sechs Millionen im Holocaust ermordeten Juden erinnert. Campino sagte bei der Preis-Verleihung, Provokation sei zwar ein wichtiges Stilmittel. Bei einer frauenfeindlichen, homophoben, rechtsextremen oder antisemitischen Form sei aber eine Grenze überschritten.

Neben Maas kritisierten auch andere den Echo für Kollegah und Farid Bang:

Die beiden Rapper gingen auf der Echo-Preisverleihung auf die Kritik kaum ein. "Ich will hier keine Politikdebatte daraus machen", sagte Kollegah am Donnerstag nach Campinos Rede. Später bezeichnete er die Kritik als "stillos" und warf dem Düsseldorfer vor, sich als moralische Instanz aufzuspielen. Farid Bang sagte am Donnerstag in einem Interview mit dem Fernsehsender Vox: "Wir feiern heute, und wer sich jetzt noch aufregen will, dass wir den Echo bekommen haben, der soll es machen. Wir sind die Gewinner."

(wer)