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Keyboarder verliert Kampf gegen den Krebs: Doors-Gründungsmitglied Ray Manzarek gestorben

Keyboarder verliert Kampf gegen den Krebs : Doors-Gründungsmitglied Ray Manzarek gestorben

Mit Jim Morrison gründete er eine der legendärsten Bands der Rockgeschichte. In einer Klinik in Rosenheim erlag der Keyboarder nun im Alter von 74 Jahren einer Krebserkrankung.

Mit Jim Morrison gründete er die Doors und wurde zur Rock-Legende: Ray Manzarek, Keyboarder der bis heute unvergessenen und einflussreichen US-Band, ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Wie seine Publizistin Heidi Robinson-Fitzgerald mitteilte, erlag Manzarek am Montag im RoMed-Klinikum Rosenheim einer Krebserkrankung. Manzarek sei im Kreise seiner Familie gestorben. Er litt an Gallengang-Krebs.

Manzarek gründete nach seiner Begegnung mit Jim Morrison die Doors. Morrison habe ihm seine Gedichte vorgetragen, darunter die Zeilen, die der Anfang von "Moonlight Drive" wurden, sagte Manzarek 1967 dem US-Musikmagazin "Billboard". "Ich hatte niemals zuvor solche Zeilen in einem Rocksong gehört. Wir redeten eine Weile, bevor wir beschlossen, eine Band zusammenzustellen und eine Million Dollar zu machen."

Robbie Krieger wurde Gitarrist der Band, John Densmore Schlagzeuger. "Es gab keinen Keyboard-Spieler auf dem Planeten, der besser Jim Morrisons Texte unterstützen konnte", sagte Densmore in einer Erklärung zum Tod Manzareks. "Ray, ich fühlte mich mit dir musikalisch völlig eins. Es war, als ob wir eine Seele waren, das Fundament für Robby und Jim legten, die darauf schwebten. Ich werde meinen musikalischen Bruder vermissen."

1966 galt die Band als Live-Sensation, war Hausband des berühmten Clubs Whisky a Go Go in Los Angeles. Der Plattenvertrag folgte, das selbstbetitelte Debüt von 1967 gilt als Meilenstein. Die Doors präsentierten die dunkle Seite von Los Angeles - den Lebensstil, den die Stadt nach Sonnenuntergang zelebrierte, wenn die Beach-Boys-Fans nach Hause gegangen waren. Nach dem Tod Morrisons 1971 zerbrach die Band nach zwei weiteren Alben.

Manzareks Orgelspiel machte "Light My Fire" zu einem der bekanntesten Sounds der Rockgeschichte. Der Ruhm der Doors verblasste kaum, obwohl sie eine der wenigen Bands sind, die ihre Lieder nicht für Werbung freigaben. Darüber kam es zwischen Manzarek und Krieger auf der einen und Densmore auf der anderen Seite zu erheblichen Spannungen. Densmore lehnte Doors-Musik für Werbung ab und ließ auch nicht zu, dass Manzarek und Krieger als The Doors of the 21st Century auftraten. Manzarek arbeitete über die Jahre mit vielen anderen Bands, darunter X und Iggy Pop. Geboren wurde er am 12. Februar 1939 in Chicago.

2007 erschienen die zwischen 1967 und 1971 veröffentlichten Originalalben der Doors in einer neuen Abmischung. Manzarek sagte damals dem deutschen Dienst der AP in einem Interview: "The Doors brachten Indie-Elemente von Jazz und Klassik in den einfachen Rock'n'Roll. Der Rock'n'Roll begann mit Chuck Berry, Little Richard, Elvis Presley und Fats Domino. Wir haben auf dem aus den 50ern aufgebaut und es zu einer bewussteren Musikform erweitert.

Die Sache mit den Doors ist die: Die Doors haben halluzinogene Substanzen genommen. Sie haben das Soma gegessen, haben LSD genommen, die Pforten der Wahrnehmung. Da wir Absolventen der Filmhochschule waren, hatten wir die Kunst des Films studiert und unsere Studien in diese improvisierende, rhythmische Musik umgesetzt, die man Rock'n'Roll nennt."

Angetrieben wurden die Doors vom "Zeitgeist der 60er Jahre", erklärte Manzarek weiter. "Der Zeitgeist der 60er war eine Erweiterung des Bewusstseins", sagt er, das deutsche Wort benutzend.

Über den lange über ihr Ende hinaus andauernden Erfolg der Doors sagte Manzarek damals: "Ich denke, die Doors repräsentieren für die jungen Leute einer jeden Generation ein Gefühl von Freiheit: Der Freiheit, letztlich über allem zu stehen - Religion, Politik, Schule.

Die Doors haben schließlich diese albernen Bereiche von Politik, organisierter Schule und strikt westlicher Schule überwunden. Sie hatten gesagt: Nein, wir sind freie Menschen auf diesem Planeten. Wir haben die Pforten der Wahrnehmung geöffnet und sind jetzt frei. Es steht uns frei, gute, anständige, künstlerische, schlechte Menschen zu sein. Ich denke, das ist der Reiz."

(ap/nbe/csi)