Die Wiener Staatsoper tritt in Düsseldorf auf

Gastspiel : Die Wiener Staatsoper tritt in Düsseldorf auf

Das renommierte Haus führt Mozarts „Don Giovanni“ in der Tonhalle auf. Deren Freundeskreis unterstützt den Konzertabend.

Die Marke „Wiener Philharmoniker“ genießt Weltruhm. Sobald dieser Supertanker des internationalen Musikbetriebs von Konzertreisen zurückkehrt und im Heimathafen an der Donau anlegt, um den musiktheatralischen Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, nennt es sich ein wenig bescheidener „Orchester der Wiener Staatsoper“.

Nun, am 19. Mai, 19.30 Uhr, kommen die „Wiener“ – das vermutlich beste Opernorchester der Gegenwart – nach Düsseldorf in die Tonhalle, herbeigeholt vom hiesigen Principal Conductor Adam Fischer, der Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper ist und dort schon seit Jahrzehnten dirigiert. Auf dem Programm steht Mozarts amourös-dramatische Da-Ponte-Oper „Don Giovanni“. Sie erklingt konzertant, was zwar dem Auge Bühnenbilder verwehrt, doch dem Besucher Gelegenheit bietet, das Kino im Kopf anzuwerfen.

Einmal mehr erweist sich Fischer, einer der geistreichsten Dirigenten im Bereich Wiener Klassik, für Düsseldorf als Glücksbringer. Denn ein solches Projekt bedarf guter Beziehungen. Die sind wiederum gar nicht mal so einseitig, ist doch der Düsseldorfer Rheinopern-GMD Axel Kober ein geschätzter Gast am Wiener Haus. Immerhin hat Kober den kompletten „Ring“ Richard Wagners an der Staatsoper dirigiert (wir berichteten) sowie die sehr wienerische „Arabella“ von Richard Strauss und die dirigentisch komplexe Oper „Hänsel und Gretel“.

Nun kommt aus Wien nicht nur das Orchester, auch die Sänger reisen mit, darunter der aus Prag stammende Bassbariton Adam Plachetka, Jahrgang 1985, der die Titelpartie übernimmt. Schon mit 25 Jahren wurde er Mitglied des Wiener Ensembles und trat auf allen bedeutenden Opernbühnen auf – freilich auch bei den Salzburger Festspielen. An der Besetzungsliste fällt auf, dass eine ziemlich junge Sängergeneration stark repräsentiert ist.

Der Abend gehört in die Konzertreihe „Sternstunden“ des Kreises der Freunde und Förderer der Tonhalle. „Dass die Wiener Staatsoper ein Exklusiv-Gastspiel in der Tonhalle gibt, ist bereits eine Sensation“, sagt Tonhallen-Intendant Michael Becker. Und dass aber der Ehrendirigent der Wiener Staatsoper gleichzeitig Principal Conductor der Düsseldorfer Symphoniker ist – das sei die „große Sensation“.

Beglückt zeigt sich auch der gepriesene Dirigent selbst: „Ich möchte jetzt nicht übertreiben und von 40 Jahren sprechen, aber seit genau 39 Jahren dirigiere ich regelmäßig an der Wiener Staatsoper. Und davor habe ich in Wien studiert.“ Er habe mit den „Wienern“ also viel Zeit seines Berufslebens verbracht. Außerdem sind sie in diesem Jahr mehrfach auf Tournee „Und nun freue ich mich sehr, dem Düsseldorfer Publikum das Ergebnis dieses Reifeprozesses und dieser langjährigen Verbundenheit zeigen zu können.“

Am Sonntag, 19. Mai, 19.30 Uhr, ertönt der unheilvollen d-Moll-Akkord, mit dem der „Don Giovanni“ beginnt und das düstere Ende des Filous vorausahnen lässt.

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