Gründer der berühmten DDR-Band City-Legende Fritz Puppel im Alter von 79 Jahren gestorben

Berlin · In der DDR kannte die Band City sprichwörtlich wohl jeder. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der Bandgründer Fritz Puppel bereits vor knapp zwei Wochen gestorben. Der Musiker wurde 79 Jahre alt.

Fritz Puppel im Maschinenhaus der Kulturbrauerei in Berlin (4. April 2017)

Fritz Puppel im Maschinenhaus der Kulturbrauerei in Berlin (4. April 2017)

Foto: dpa/Fabian Stoffers

Er war der Gründer einer der wichtigsten DDR-Rockgruppen: Fritz Puppel, Gitarrist und Komponist der Berliner Band City, ist tot. Er starb bereits am 10. Februar unerwartet im Alter von 79 Jahren. Das teilte City-Sänger Toni Krahl der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag mit. „Uns fehlen die Worte und wir sind fassungslos, verlieren wir doch unseren über fünf Jahrzehnte langen Freund und Mitstreiter“, sagte Krahl. „Und überhaupt fehlt der deutschen Musikwelt somit ein weiterer kreativer Kopf, der mit seiner Kunst, mit seinen Songs unser aller Leben bereichert und Millionen Menschen berührt hat. “

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Foto: dpa/April Fonti

Puppel hatte die Band 1972 zusammen mit dem Schlagzeuger Klaus Selmke in Ost-Berlin gegründet. City hatte nicht nur viele Fans in der DDR, sondern auch im nicht-sozialistischen Ausland - etwa durch den Hit „Am Fenster“. Einige Jahre nach dem Mauerfall setzte sich der Erfolg der Berliner fort. In der Bandgeschichte gab es unterschiedliche Besetzungen, doch Puppel war immer dabei. Fünf Jahrzehnte lang. Ende 2022 hatte sich City von der Bühne verabschiedet.

Puppel habe die Band 50 Jahre lang durch Höhen und Tiefen geführt, bis zum Abschiedskonzert am 30. Dezember 2022, sagte Krahl (74). Und: „Er hat seine eigene Persönlichkeit, frei von musikantischen Eitelkeiten, immer hinten angestellt und war beseelt von der Idee, City als Band zu kreieren. Mit kühlem Kopf war Fritz ständig der inspirierende Motor für die anstehenden Herausforderungen und wurde für seine Loyalität in der gesamten Musikszene geschätzt.“

„Mach eine Sache! Die aber richtig.“ Das war Puppels Lebensmotto. Er hatte zwar als Jugendlicher eine Lehre als Werkzeugmacher absolviert, aber schon 1963 zusammen mit dem späteren Puhdys-Sänger Dieter Birr seine erste Band gegründet: die Lunics. Als beide wenig später zur Armee einberufen wurden, waren die Lunics wieder Geschichte.

Am 3. Februar 1972 spielte die City Band in einem Club in Berlin-Köpenick vor etwa 200 Zuhörern. Im Repertoire: Lieder etwa von Santana, den Rolling Stones und Jimi Hendrix.
Später komponierten die City-Musiker eigene Songs - auf Deutsch. Ob „Am Fenster“, „Der King vom Prenzlauer Berg“, „Wand an Wand“ oder „Glastraum“: Viele Texte bewegten sich am Rande des in der DDR Erlaubten. Und sehr viele Songs wurden Hits.

Nach dem Mauerfall gab es einen Karriere-Knick, doch nach wenigen Jahren kehrten die Fans zu Tausenden zurück, die Band füllte wieder große Hallen und fast jährlich erschien ein neues Album. Nach dem Tod von Schlagzeuger Klaus Selmke 2020 beschlossen die verbliebenen vier Bandmitglieder für Ende 2022 das Ende von City. „Wir wollen's mal versuchen, wenn's am schönsten ist, aufzuhören. Und nicht die Sache zu verplempern“, sagte Puppel damals. Zur letzten Band-Besetzung gehörten außer Puppel und Krahl noch Geiger Joro Gogow und Keyboarder Manfred Hennig.

Ex-Puhdys-Sänger Dieter „Maschine“ Birr hat mit dem Tod von City-Gitarrist Fritz Puppel nicht nur einen guten Kollegen verloren: „Wir waren ein Leben lang beste Freunde“, sagte Birr am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Wir haben immer zusammen Musik gemacht und sind jede Woche miteinander essen gegangen. Er fehlt. Meine Gedanken sind bei seiner Familie.“ 1963 hatten Puppel und Birr, die beide 1944 geboren wurden, die Band Lunics gegründet. Doch im Mai 1965 wurden beide zur NVA einberufen. Die Lunics-Ära endete, später wurden dann die Puhdys und City gegründet.

Silly-Gitarrist Uwe Hassbecker schrieb auf seiner Facebook-Seite über die Nachricht vom Tod Puppels: „Das hat mich nun doch kalt erwischt. ... In den letzten Monaten ist es still geworden um Fritz, aber ich wusste, dass er gern auf Reisen ist. Von dieser letzten Reise wird er nicht mehr zurückkehren... Mach's gut, lieber Fritz“, so Hassbecker, der 2022 bei einigen Konzerten der City-Abschiedstour mit auf der Bühne stand.

(felt/dpa)
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