Mötley Crüe und Slash in Gladbach

Mötley Crüe und Slash in Gladbach

"Wenn man nicht mehr jung ist, muss man wenigstens eine passable Imitation von Jugend abliefern", schrieb einst der amerikanische Autor John Cheever. Im Hockey Park von Mönchengladbach erlebten 5000 Besucher, wie schwer so etwas sein kann. Mötley Crüe, in den Achtzigern berühmt und berüchtigt ob ihrer Mixtur von Glam und Hard Rock – an einer Stelle zitierten sie gar Garry Glitters "Rock'n'Roll" –, bemühten sich jedenfalls, so zu tun, als sei die Zeit stehen geblieben. Dabei war ihre Welt von Cars, Girls und Drugs schon zu der Zeit, als sie anfingen, eine von gestern. Dass sie 30 Jahre später diese Welt wieder aufleben ließen, hatte fast etwas Rührendes.

Die Macho-Texte und die Outlaw-Posen scheinen Museumsstücke zu sein, natürlich haben sie zwei leicht bekleidete Tänzerinnen dabei, sie performen frei von Ironie. Was man ihnen zugutehalten darf – das Schlagzeugsolo von Tommy Lee, bei dem er sich auf einem Looping in die Höhe schraubt und schließlich kopfüber spielt und Songs wie "Dr. Feelgood". Am Ende schütten sie Eimer mit roter Farbe über die ersten Reihen wie früher.

Da geht es Slash, dem Mann, der mit Zylinder, Sonnenbrille und Gibson-Gitarre verwachsen scheint, schon besser. Der spielt mit seiner Band zeit- und schnörkellosen Rock. Über Sänger Miles Kennedy mag man streiten, über die Versionen von Slashs einstiger Band Guns N' Roses nicht. "Sweet Child o' Mine" und "Paradise City" werden bejubelt.

Fotos vom Konzert unter www.rp-online.de/moenchengladbach

(RP)