Sightseeing mal anders: Mit der Linie 100 durch Berlin

Sightseeing mal anders: Mit der Linie 100 durch Berlin

Zwar längst kein Geheimtipp mehr, aber trotzdem unbedingt zu empfehlen, ist eine Stadtrundfahrt durch Berlin mit dem Linienbus Nummer 100.

Zum Preis eines normalen Fahrscheins fährt der Stadtbus den Reisenden vom Zoologischen Garten bis zum Alexanderplatz und zurück und deckt damit schon eine ganze Reihe der Top Sightseeing Spots in Berlin Mitte ab. Hier finden Sie den ausführlichen Audioguide, der Sie auf Ihrer Tour begleitet.

Sir James (Wikipedia), gemeinfreiBildunterschrift: Die alte Kaiser-Wilhelm-Kirche in neuem Gewand Foto: Pausanio

Vor gut 20 Jahren wäre diese Strecke noch undenkbar gewesen, denn sie verbindet Ost- und Westberlin, führt unmittelbar am Brandenburger Tor und am Reichstag vorbei. Startet man am Zoologischen Garten, sollte schon bei der nächsten Haltestelle unbedingt der Stopknopf gedrückt werden, denn hier steht die Kaiser-Wilhelm Gedächtsniskirche. Sie wurde erstmals 1895 von Franz Schwechten erbaut und nach schwerer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bis 1961 nach Plänen von Egon Eiermann wieder errichtet. Mahnmal und Wahrzeichen zugleich ist die inmitten der neuen Bauelemente der Kirche erhaltene Ruine des ursprünglichen Baus.

Gryffindor (Wikipedia), gemeinfreiBildunterschrift: Das Reichstagsgebäude Foto: Pausanio

Nachdem die gelungene Komposition von alt und neu betrachtet wurde, steigt man wieder in den Bus ein und kann mit Blick auf den Tiergarten kurz entspannen. Aber nicht zu lang, denn acht Minuten und fünf Stationen später fährt man auf den Großen Stern, den riesigen Kreisverkehr, der mit seinen sechs Spuren die Siegessäule umschließt. Von oben hat man einen atemberaubenden Blick über Berlin und kann den weiteren Verlauf der Sightseeing-Tour Richtung Brandenburger Tor schon einmal weiterverfolgen.

Magnus Manske (Wikipedia), by-saBildunterschrift: Eines der Wahrzeichen Berlins: der Fernsehturm Foto: Pausanio

Doch bevor dieses nationale Symbol der Wiedervereinigung und der Reichstag besichtigt werden, steht noch ein Halt am Schloss Bellevue auf dem Fahrplan. Nach nur einjähriger Bauzeit beherbergte die imposante Schlossanlage im 19. Jahrhundert prominente Gäste wie Friedrich Schiller, Königin Luise, Wilhelm und Alexander von Humboldt oder Friedrich Schlegel. Heute dient der frühklassizistische Dreiflügelbau dem Bundespräsidenten als erster Amtssitz.

Der nächste Stopp der Linie 100 ist das Haus der Kulturen und auch hier wird dringend empfohlen, auszusteigen und einen Blick auf die "Schwangere Auster" zu werfen. Der US-amerikanische Beitrag zur Internationalen Bauausstellung 1957 stellt seine Räumlichkeiten kulturellen Veranstaltungen, Ausstellungen oder Tagungen zur Verfügung. Von hier aus lässt sich bequem mal eine Haltestelle auslassen und den kurzen Weg zum Reichstag zu Fuß zurücklegen. Auf die Kuppel rauf und wieder runter, einmal unter dem Brandenburger Tor hindurch und schon steigt man wieder ein in den Doppeldecker.

Auf der Prachtstraße Unter den Linden geht es nun weiter, vorbei an Botschaften und Luxusboutiquen, bis kurz vor die Spree, an deren Ufer die Staatsoper 1743 erbaut wurde. In Anlehnung an Palladios "La Rotonda" tritt die Hauptfassade der Oper dem Betrachter entgegen. Unter starker Berücksichtigung des Denkmalschutzes wird das Gebäude noch bis 2013 saniert. Ein Foto lohnt sich trotzdem, auch wenn die Fassade aufgrund von Baugerüsten zur Zeit nur einen Teil seiner eigentlichen Schönheit offenbart.

Die Museumsinsel lädt nun zum Lustwandeln ein. Im Schatten des Berliner Doms und des von Karl Friedrich Schinkel entworfenen Alten Museums liegt der im 17. Jahrhundert angelegte Lustgarten, der auch heute noch beliebter Treffpunkt der Berliner ist. Ursprünglich gehörte die Gartenanlage zum Berliner Stadtschloss und wurde ehemals durch dessen Nordflügel im Süden begrenzt. Der bevorstehende Neubau des Schlosses wird schließlich die ursprüngliche Form einer geschlossenen Platzanlage wiederherstellen.

Die letzte Haltestelle steht nun schon kurz bevor. Der Bus überquert jetzt endgültig die Spree und erreicht den Alexanderplatz. Die lange Historie des heutigen Verkehrsknotenpunktes wird in dem Audioguide Berlin - Lebendiger Schauplatz der Geschichte ausführlich erklärt, der auch zu weiteren Stationen der Linie fundierte geschichtliche Hintergründe liefert. Von hier aus lohnt sich noch ein kurzer Spaziergang zum Fernsehturm, der seinerseits eine fantastische Rundumsicht auf Berlin zu bieten hat.

Ergänzend zu den Audiotracks gibt es außerdem eine App, die neben der Audioführung einen interaktiven Streckennetzplan, eine Liste der Hörstationen und einen Player mit Foto-Show zu bieten hat. Gelangen Sie hier zu dem Rundum-Paket für eine spannende und informative Sightseeing-Tour mit der Buslinie 100.