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Bonn: Marc und Macke - die Künstlerfreunde

Bonn : Marc und Macke - die Künstlerfreunde

Das Kunstmuseum Bonn stellt zwei Maler und ihre Weggefährten vor.

Franz Marc ist erstaunt, als am 6. Januar 1910 "drei junge und ziemlich elegante Herren" vor der Tür seines Münchner Ateliers stehen. Doch nach diesem ersten Besuch August Mackes mit zwei Verwandten ahnte Marc bereits, dass die Begegnung von Bedeutung sein würde, wie er seiner Gefährtin Maria Franck schrieb. 100 Jahre nach Mackes Tod widmet das Bonner Kunstmuseum zusammen mit der Städtischen Galerie Lenbachhaus in München der intensiven Freundschaft zwischen den beiden Malern erstmals eine Ausstellung. Die Schau unter dem Titel "August Macke und Franz Marc. Eine Künstlerfreundschaft" versammelt ab Donnerstag zahlreiche hochrangige Werke.

Insgesamt sind bis zum 4. Januar 200 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Skizzenbücher, Objekte und Dokumente aus den mit zahlreichen bekannten Werken ausgestatteten Sammlungen der beiden Museen sowie aus internationalen Häusern zu sehen. So gelang es zum Beispiel, Marcs Gemälde "Die gelbe Kuh" aus dem Guggenheim-Museum in New York nach Bonn zu holen. Das Bild ging in die Kunstgeschichte ein, nachdem es 1911 auf der ersten Ausstellung des "Blauen Reiters" für Furore gesorgt hatte.

Die Ausstellung ist jedoch mehr als eine Werkschau zweier herausragender Expressionisten. Die Auseinandersetzung der Freunde mit den künstlerischen Ideen der Zeit ermöglicht einen Blick in die Klassische Moderne. Macke hatte Marc in seinem Atelier aufgesucht, nachdem er Bilder von ihm in einer Münchner Galerie gesehen hatte. Marc findet in ihm einen Gesprächspartner, der ihn in seiner Suche nach Ausdrucksmöglichkeiten weiterbringt, und spricht von einem "Glücksfall". Vor allem die Farbe ist ein Thema zwischen den beiden. Durch die Begegnung mit Macke erhält Marcs Auseinandersetzung mit der Farbe eine neue Richtung. Er entwickelt seine Farbsymbolik, die auf eine hinter den Dingen liegende geistige Wahrheit verweisen soll. Plötzlich lässt sich verfolgen, wie sich die Palette der beiden Künstler angleicht. Da leuchtet das intensive Gelb und Rot in Mackes "Landschaft mit Kirche und Weg" ebenso wie in Marcs "Pferd in Landschaft". Die Schau wird abgerundet mit Werken von Weggefährten. So wird ihr Schaffen in einen Zusammenhang gerückt mit Jawlensky, Delaunay, Max Ernst oder Heinrich Campendonk.

(epd)