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Lisa Fitz will nicht mehr in „Spätschicht“ im SWR auftreten

Nach Falschaussage zu Impftoten : Lisa Fitz will nicht mehr in SWR-Sendung „Spätschicht“ auftreten

Die Kabarettistin Lisa Fitz erregte mit falschen Aussagen zu Impftoten vor laufenden Kameras Aufsehen. Nun beendet sie die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit der Satiresendung „Spätschicht“ – und zeigt sich wütend.

Die Kabarettistin Lisa Fitz will nach ihren scharf kritisierten Aussagen zu Impftoten nicht mehr in der SWR-Comedysendung „Spätschicht“ auftreten. Das bestätigte Fitz der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Donnerstag. Sie warf der Redaktion der Sendung einen Vertrauensbruch vor.

Man nehme mit großem Bedauern zur Kenntnis, dass sich Fitz entschieden habe, in Zukunft nicht mehr Teil der Satire-Sendung zu sein, schrieb der SWR am Donnerstag. „Der SWR bedauert die Entscheidung von Lisa Fitz und hätte die langjährige, sehr anregende Zusammenarbeit mit ihr gerne fortgesetzt“, sagte der SWR-Programmdirektor Information, Clemens Bratzler.

Fitz hatte in einer Folge der Sendung im November bei ihrem Auftritt von EU-weit 5000 Corona-Impftoten gesprochen. Laut Europäischer Arzneimittel-Agentur (EMA) in Amsterdam handelt es sich aber nur um Verdachtsfälle. Es sei nicht festgestellt worden, dass es einen kausalen Zusammenhang mit der Impfung gebe. Inzwischen seien schätzungsweise 600 Millionen Impfdosen in der EU verabreicht worden. Angesichts dieser riesigen Zahl von Geimpften werde es immer wahrscheinlicher, dass Menschen, die sterben, auch geimpft waren.

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Der Südwestrundfunk hatte nach der Ausstrahlung und Kritik am Sender entschieden, die Folge der Satiresendung aus der ARD-Mediathek zu nehmen und auch von allen SWR-Plattformen und -Kanälen zu entfernen, weil es sich um eine falsche Tatsachenbehauptung handele. Fitz selbst hatte später bedauert, bei ihrem umstrittenen Auftritt von EU-weit 5000 Corona-Impftoten gesprochen zu haben. Sie hatte den Vorwurf zurückgewiesen, eine Impfgegnerin und Corona-Leugnerin zu sein.

Fitz sagte am Donnerstag der dpa, die Redaktion habe den Textbeitrag vor der Sendung gekannt und bereits eine Woche vor der Aufzeichnung „abgesegnet“. Die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sei nicht mehr gegeben. Nach jahrzehntelanger Zusammenarbeit hätte sie sich demnach gewünscht, dass sich die SWR-Direktion hinter sie stelle und ihr Möglichkeit einer konstruktiven Korrektur einräume.

Mit Blick auf die mediale Berichterstattung über den Auftritt sagte Fitz, ein „Formfehler“ sei kein Grund, jemanden mit 40 Jahren Kabarettgeschichte und vielfacher Auszeichnung als „Schwurblerin“, „Fake-Tante“ oder gar „Lügnerin“ zu diskreditieren.

Der SWR reagierte auf die Vorwürfe knapp: „Wir haben bereits dargelegt, worin der journalistische Fehler lag und warum der Beitrag depubliziert wurde“, teilte eine Sprecherin mit. „Darüber hinaus haben wir eine Einordnung zum Umgang mit den diskutierten Zahlen gegeben. Sonstige Versäumnisse des SWR sehen wir nicht und hätten gerne weiter mit Lisa Fitz zusammengearbeitet.“

Nach eigenen Angaben von Ende Dezember hatte sich Fitz bei ihrer Aussage zu den Impftoten auf einen Entschließungsantrag berufen, der im Europäischen Parlament eingebracht wurde. Allerdings habe sie es versäumt, die Zahl nicht explizit als Verdachtsfälle von Impftoten benannt zu haben. Der betreffende Antrag war von der rechtsextremen EU-Parlamentarierin Virginie Joron aus Frankreich eingereicht worden. Joron wiederum stützt sich auf eine Website, auf der Privatleute vermeintliche Impffolgen melden, ohne dass eine wissenschaftliche Prüfung erfolgt, wie ein Faktencheck der Deutschen Presse-Agentur von Mitte November zeigt.

(mba/dpa)