Kuschelig: Avril Lavigne in Köln

Zuckersüß ist das Klaviermotiv, zu dem Avril Lavigne die Bühne des Kölner Palladiums betritt. Eine Szene wie aus einem Klein-Mädchen-Traum: Der blonde Wildfang steht vor der jubelnden Menge, hält einen grünlich schimmernden Stern in die Luft und trällert in niedlich-quietschig hohen Tönen "Black Star". Das Songfragment ist die Erkennungsmelodie zu ihrem Parfum gleichen Namens, den Leucht-Stern gibt es draußen im Foyer am Merchandising-Stand zu kaufen.

Avril Lavignes Lächeln, ihre Bewegungen auf der Bühne wirken ein wenig starr, aufgesetzt. Ist das Publikum in eine Marketing-Falle der Musikindustrie getappt? Im Verlauf des Konzerts tritt der junge kanadische Rockstar diesem Eindruck mehr und mehr entgegen. Obwohl die Halle zum einzigen Deutschlandkonzert mit 3800 Besuchern nicht ausverkauft ist, hat sie offensichtlichen Spaß am Auftritt. Im Gegensatz zu vorherigen Tourneen verzichtet sie auf Videoleinwände und konzentriert sich ganz auf ihre Musik aus Pop-Skate-Punk und Kuschelballaden, die meist Beziehungen und Freundschaften zum Thema haben.

"Skater Boy", ihren wohl größten Hit, schenkt sie ihren Fans schon an dritter Stelle. Obwohl Avril Lavigne gerade mal 26 Jahre alt ist, ist die Geschichte über die Liebe eines Skater-Jungen zu einer Ballett-Tänzerin bald zehn Jahre alt. Erstaunliche viele Hits kamen nach: "I'm With You", "Girlfriend", "My Happy Ending". Ohrwürmer, die noch lange nachhallen, als die Teenager in die Autos ihrer Eltern gestiegen sind, die, wenn sie nicht dabei waren, geduldig vor der Halle gewartet haben. MAX FLORIAN KÜHLEM

(RP)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort