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Ausstellung "Zeitsprung" in Bonn: Wie Thomas Hoepker die DDR sah

Ausstellung "Zeitsprung" in Bonn : Wie Thomas Hoepker die DDR sah

Das Haus der Geschichte in Bonn widmet sich immer wieder mit eindrucksvollen Bildern dem geteilten Deutschland. Derzeit sind 60 Fotografien des Foto-Journalisten Thomas Hoepker, der viele Jahre lange in der DDR arbeitete, in der U-Bahn-Galerie zu sehen. Die Bilder bestechen durch ihre Direktheit und vielsagende Details.

"Geehrt — Geachtet — Anerkannt. Das ist unsere Republik", steht auf dem schäbigen Transparent, unter dem alte Menschen auf zwei Parkbänken sitzen. Gemeint ist die Deutsche Demokratische Republik, in der 1974 dieses Foto von Thomas Hoepker entstand.

Den Kontrast zwischen Alltag und Propaganda in der DDR hat der international bekannte Fotograf Thomas Hoepker zwischen 1959 und 1991 immer wieder eingefangen. 60 seiner spannendsten Aufnahmen sind noch bis juni 2012 in der U-Bahn-Galerie zu sehen — von Militärparaden und Jubiläumsveranstaltungen bis hin zu spielenden Kindern und Urlaubsszenen auf Rügen. Immer hat Thomas Hoepker dabei das spannende Detail im Blick, das dem Foto erst seine Wirkung verleiht.

Hinter einem LKW der paramilitärischen "Gesellschaft für Sport und Technik" flirtet ein Junge in Uniform mit einem Mädchen, das sein Barett auf dem Kopf trägt. Die Welt um die beiden Jugendlichen scheint vergessen.

Thomas Hoepker arbeitete von 1964 bis 1989 als Fotoreporter beim "Stern". Noch vor dem Mauerbau entstanden Fotos aus Ost-Berlin. Von 1974 bis 1976 sind seine Frau Eva Windmöller und er offiziell in der DDR akkreditiert und berichten gemeinsam aus der geteilten Stadt.

Viele Fotos entstehen in dieser Zeit, auch von Oppositionellen wie Wolf Biermann und Robert Havemann. 1989 wird Hoepker Mitglied der renommierten Fotoagentur "Magnum", 2003 bis 2006 ist er ihr Präsident.

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(csi/das/pst)