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Ausstellung "Serious Games": Verstörende Bilder des Krieges

Ausstellung "Serious Games" : Verstörende Bilder des Krieges

Düsseldorf (RPO). Welche Bilder erzeugt ein Krieg? Von den Propagandafilmen aus dem Zweiten Weltkrieg über Bilder von Nachtsichtgeräten im Irak-Krieg 1992 bis hin zu den kompletten Datensätzen, die die US-Armee für Computerspiele liefert reichen die medialen Umsetzungen. Eine Ausstellung in Darmstadt zeigt die Arbeiten von internationalen Künstlern zu Kriegsbildern.

"Serious Games. Krieg — Medien — Kunst" heißt die Ausstellung der Mathildenhöhe, die den Einsatz immer neuer Medien zu Kriegszwecken die permanente Umwandlung von Kriegsbildern zu Unterhaltungsbildern aufgreift. Fotografien, Videos, Computerspiele, Bildteppiche, Gemälde und Rauminstallationen greifen das Thema auf.

2003 wurde der Begriff des "embedded journalist" geprägt: Kriegsberichterstatter wurden im Irakkrieg von der US-Armee einbezogen und galten als Teil einer Militäreinheit. Damit reagierten die USA auf das gesteigerte Verlangen der Öffentlichkeit, an den Einsätzen medial teilhaben zu können. Das Ergebnis waren hautnahe Berichte von den Kriegswirren - allerdings immer im Schlepptau der US-Armee. Allerdings wurden durch die Methode auch besonders eindrückliche und ungeschönte Reportagen möglich.

Medien und Kommunikationstechnik spielten allerdings schon sehr viel früher eine wichtige Rolle. Im Ersten Weltkrieg wurden das Geschehen durch drahtlose Nachrichtenübertragung und Luftbildfotografie übermittelt. Nur wenige Jahrzehnte später war der Vietnam-Krieg in den Medien so gegenwärtig wie kein Krieg zuvor: Die Bilder wurden über Satellit vermittelt, die Berichte von der Front wurden noch am gleichen Tag weltweit im Fernsehen gesendet.

Mittlerweile liefern Dienststellen der US-Armee komplette Datensätze für Computerspiele. Virtuelle Wüstenlandschaften mit Betonpisten und Strommasten prägen heute Kinder und Jugendliche wie früher einmal die Tunnel und Bergdörfer von Spielzeug-Eisenbahnen, schreiben die Macher der Ausstellung in Darmstadt.

Welche Wirkung die Kriegsbilder auf die Unterhaltung, den Alltag und die Menschen haben - aber auch die Kunst selbst haben, zeigt die Ausstellung in eindrücklichen und verstörenden Werken.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Stanley Greene: "Black Passport - Journal eines Kriegsfotografen"

(top/pst)