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Deutsche Kulturgüter: Tag des Buches, Tag des Bieres

Deutsche Kulturgüter : Tag des Buches, Tag des Bieres

Düsseldorf (RP). Heute ist ein Tag von maximaler pädagogischer Relevanz. Denn landauf, landab geht es am "Welttag des Buches" – eine Erfindung aus Katalonien – um Bücher, Bildung und die mühsame Buchstabiererei. Und mitten im Fadenkreuz der erwählten Zielgruppe steht der Lesenachwuchs. Ginge es nicht darum, unsere Kinder qua Lektüre permanent schlauer und irgendwie auch wettbewerbsfähiger zu machen, man müsste fast ein bisschen ängstlich werden.

Düsseldorf (RP). Heute ist ein Tag von maximaler pädagogischer Relevanz. Denn landauf, landab geht es am "Welttag des Buches" — eine Erfindung aus Katalonien — um Bücher, Bildung und die mühsame Buchstabiererei. Und mitten im Fadenkreuz der erwählten Zielgruppe steht der Lesenachwuchs. Ginge es nicht darum, unsere Kinder qua Lektüre permanent schlauer und irgendwie auch wettbewerbsfähiger zu machen, man müsste fast ein bisschen ängstlich werden.

Tröstlich mag dem gemeinen Nicht-Leser sein, dass der 23. April auch der Tag des deutschen Bieres ist — und das seit Urzeiten: Ans frohgemute Süppeln wird hierzulande schon seit 1994 gedacht, während das andere Kulturgut, das Buch, erst ein Jahr später zur weltweiten Erinnerungswürde kam. Dafür liegt der Grund des Gedenkens aller Druckwerke weit zurück.

So starben am 23. April des Jahres 1616 sowohl Shakespeare als auch Cervantes, ein Gleichklang, der nur auf den ersten Blick mysteriös anmutet. Da seinerzeit die Engländer nach dem Julianischen und die Spanier nach dem Gregorianischen Kalender zählten, schlossen die großen Dichter im Abstand von zehn Tagen ihre altersmüden Augen.

Doch leider schlägt das tumbe Bier auch in dieser Hinsicht das wohlgesetzte Wort, gedenken die Gerstensäftler heuer jenes Tages, an dem in Bayern das Reinheitsgebot erlassen wurde. Und das war 1516. Lassen wir also Souveränität an diesem Tag walten, frei nach gerade ersonnenem Motto: Lesen und Lesen lassen.

(RP)