"Salvator Mundi": Gemälde von Leonardo da Vinci für 450 Millionen Dollar versteigert

"Salvator Mundi": Da-Vinci-Gemälde für 450 Millionen Dollar versteigert

Rekordsumme: Unbekannter kauft das letzte Da-Vinci-Gemälde

Das Auktionshaus Christie bringt das letzte Da-Vinci-Gemälde unter den Hammer: "Salvator Mundi" zeigt Christus in Roben. Bei der Versteigerung gehen fast eine halbe Milliarde Dollar über den Tisch - eine Rekordsumme.

Eine Versteigerungssumme so hoch wie nie: Das Gemälde "Salvator Mundi" von Leonardo da Vinci ist für 450 Millionen Dollar (fast 382 Millionen Euro) veräußert worden. Es ist damit nach Angaben des Auktionshauses Christie vom Mittwoch das teuerste je versteigerte Kunstwerk. Die Darstellung von Jesus Christus wurde zuvor auf etwa 100 Millionen Dollar (85 Millionen Euro) geschätzt.

Das um 1500 entstandene Bild ist eines von weniger als 20 bekannten Gemälden von da Vinci. Zeitweilig war angenommen worden, dass das Werk zerstört worden sei, bis es wieder entdeckt wurde. Es ist zudem das einzige von da Vincis Kunstwerken, das in privaten Händen war - und wurde von dem russischen Milliardär Dmitri Rybolowlew veräußert. Er hatte das Gemälde vor vier Jahren für umgerechnet rund 108 Millionen Euro gekauft. Der neue Käufer wurde zunächst nicht von Christie bekannt gegeben.

Das 66 Zentimeter hohe Kunstwerk zeigt Jesus in Roben im Renaissance-Stil, seine rechte Hand ist wie zum Segen erhoben. In der linken Hand hält er eine Kristallkugel.

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Einer der früheren Besitzer war der englische König Karl I., anschließend verschwand es bis zum Jahr 1900 aus der Öffentlichkeit. Danach ordneten Kunstsammler es einem von da Vincis Schülern zu und nicht dem Meister selbst. Die Expertenmeinung über das Gemälde änderte sich später zwar, aber bis heute gibt es Zweifler. Manche kritisieren, eine umfangreiche Restaurierung habe es schwer gemacht, den wahren Urheber festzustellen.

Christie hatte das öffentliche Interesse an Leonardo da Vinci für sich genutzt. Eine Medienkampagne rund um "Salvador Mundi" lautete "Der letzte da Vinci". Nach der Versteigerung gab das Haus bekannt, die Auktion sei eine "Ehre gewesen, die sich einmal zu Lebzeiten" ergebe. Das Kunstwerk zeige die symbolträchtigste Figur der Welt und sei von dem wichtigsten Künstler aller Zeiten erstellt worden. Vor der Versteigerung wurde das Gemälde in Hongkong, San Francisco, London und New York ausgestellt.

Das teuerste je versteigerte Kunstwerk war zuvor Pablo Picassos "Les femmes d'Alger (Version O)" gewesen, das im Mai 2015 für umgerechnet 152 Millionen Euro unter den Hammer kam. Der höchste bekannte Preis für ein Gemälde, bei dessen Verkauf es sich nicht um eine Auktion handelte, liegt bei 253 Millionen Euro - für Willem de Koonings "Interchange".

(csr)