Museum der Moderne: Bund gibt 200 Millionen Euro frei

Neubau in Berlin : Bund fördert Museum der Moderne mit 200 Millionen Euro

Für die Kunst des 20. Jahrhunderts soll in Berlin ein neues Museum entstehen. Der Bundestags-Haushaltsausschuss bewilligte am Donnerstag dafür 200 Millionen Euro, wie der SPD-Haushaltsexperte Swen Schulz am Donnerstag mitteilte.

Der Neubau soll in Berlin neben Mies van der Rohes Neuer Nationalgalerie stehen. Dort sollen die öffentlichen Bestände zur Klassischen Moderne und mehrere Privatsammlungen unterkommen. Das Museum wird voraussichtlich 2021 eröffnet.

Der Bund beteiligt sich außerdem mit 12,5 Millionen Euro am neuen Bauhaus-Museum in Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt. Die Klassik Stiftung Weimar (Thüringen) soll 2015 zudem doch - anders als erwartet - wieder 10,6 Millionen Euro vom Bund erhalten. Das teilten Politiker der Länder und die Stiftung Bauhaus mit.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) nannte die Entscheidung für das neue Museum in Berlin einen "Riesenerfolg" für die Kulturgeschichte und die Museumslandschaft. Der Neubau soll auf dem Kulturforum an der Potsdamer Straße entstehen - dort, wo der Philharmonie-Architekt Hans Scharoun einst ein Gästehaus für den Berliner Senat geplant hatte.

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, erklärte, mit dem neuen Gebäude bekomme das Kulturforum als "Museumsinsel der Moderne" eine Perspektive. Nun könne die Stiftung endlich in der Präsentation der Kunst des 20. Jahrhunderts zu den großen Museen der Welt aufzuschließen.

Die Preußenstiftung hatte auf einen Neubau gedrängt, da die Neue Nationalgalerie angesichts beengter Verhältnisse jeweils nur ein Drittel ihrer Bestände gleichzeitig zeigen kann. Zunächst war ein Grundstück hinter der Nationalgalerie an der Sigismundstraße für das neue Museum vorgesehen.

Auf 14 000 Quadratmetern sollen nun an der Matthäuskirche zwischen der Staatsbibliothek und der Gemäldegalerie Bestände der Nationalgalerie sowie der Privatsammlungen Pietzsch, Marx und Marzona unterkommen. Es ist geplant, das Projekt in öffentlich-privater Partnerschaft zu finanzieren.

Die Sammlungen der Mäzene Erich Marx und Egidio Marzona sind zur Zeit im Hamburger Bahnhof untergebracht. Das Ehepaar Ulla und Heiner Pietzsch hatte Berlin eine Schenkung unter der Bedingung zugesagt, dass dafür ein Museum der Moderne entsteht. Die Neue Nationalgalerie besitzt Meisterwerke unter anderem von Beckmann, Kirchner, Liebermann, Dix und Grosz. Auch Kunst der DDR gehört dazu, darunter Werke von Heisig, Tübke, Mattheuer und Via Lewandowsky.

(dpa)
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