Kaiser-Wilhelm-Museum: Krefeld behält seine Mondriane

Kaiser-Wilhelm-Museum : Krefeld behält seine Mondriane

Erben fordern vier Bilder. Ein Dossier bestätigt Krefelds Anrecht auf die Werke.

Mondrian bleibt im Kaiser-Wilhelm-Museum. Im Bilderstreit um vier Gemälde des niederländischen Künstlers Piet Mondrian sieht die Stadt ihre Position bestätigt: Die Kunstmuseen besitzen die Bilder zurecht. Das hat eine umfangreiche Provenienzforschung ergeben. Der Berliner Jurist Professor Peter Raue erklärte am gestrigen Dienstag seine „bis an Sicherheit gehende Meinung“, dass der Erben-Trust aus Amerika keine Ansprüche auf die Bilder geltend machen könne. Die Erben müssten erstens beweisen, dass sie Eigentümer geworden seien, und sich zweitens dem Einwand der Verjährung stellen. Und nach deutscher Rechtssprechung sei die Sache eindeutig: Wenn die vier Arbeiten 1929 nach Krefeld kamen, dann fallen sie nicht in die Erbmasse des 1944 verstorbenen Künstlers.

Doch klar ist die Geschichte von „Tableau No. VII“, „Tableau No. X“, „Tableau No. XI“ (alle 1925) und „Komposition IV“ (1926) nicht. Über den Erwerb gibt es keinen Beleg. Und die Sache ist noch komplizierter. Denn ursprünglich waren es acht Bilder, vier wurden vermutlich verkauft oder gegen andere Werke getauscht; die vier anderen waren über viele Jahre verschollen. Der damalige Leiter des Kaiser-Wilhelm-Museums, Paul Wember, hat sie 1950 in einer Kiste aufgefunden. Er hat damals erklärt, einer seiner Vorgänger, Max Creutz, habe die Werke persönlich erworben. Dessen Privatsammlung war illuster und seine enge Verbindung zu gut betuchten Krefelder Industriellen mit Sammelleidenschaft bekannt. So könnte Mondrian den Weg nach Krefeld und später ins Museum gefunden haben.

Vieles ist Mutmaßung, vieles Indiz, vieles nach so vielen Jahren nicht mehr eindeutig zu klären. Deshalb hat die Stadt die Kunsthistorikerinnen Vanessa-Maria Vogt und Katja Terlau mit der Provenienzforschung beauftragt. Ihr 90-seitiges Dossier lüftet nicht alle Geheimnisse um die Bilder. Aber ihre Ergebnisse sprechen dafür, dass die Gemälde nach einigen großen Ausstellungen 1929 nach Krefeld kamen. Seit 1954 sind sie in der Inventarliste und waren durch Publikationen und Ausstellungen der Fachwelt und Öffentlichkeit bekannt. Es gab keine Forderungen auf Herausgabe. Der Anspruch, so Raue, sei inzwischen verjährt.

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