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Camouflage-Künstler Liu Bolin auf Tour: Jetzt verschwindet er in Paris

Camouflage-Künstler Liu Bolin auf Tour : Jetzt verschwindet er in Paris

Düsseldorf (RPO). Der Mann ist ein Weltreisender. Allerdings ein unsichtbarer. Der chinesische Künstler Liu Bolin hat die Kunst des Versteckspiels zu bisher unbekannter Perfektion getrieben. Am Wochenende ist er nun am Grand Palais in Paris aufgetaucht.

Was anderen nur mit Hilfe der Technik eines Bildbearbeitungsprogramms gelingt, schafft Bolin lediglich mit Farbe und ein paar Helfern. "Hiding in the City" heißt sein Projekt, in dem er sich vor den ungewöhnlichsten Hintergründen unsichtbar macht. Auf seiner Tour umrundet er die Welt. Seine Vorgehensweise ist immer dieselbe. Er sucht sich eine Szenerie - und verschmilzt mit ihr bis zur völligen Unsichtbarkeit.

Seinen Einfallsreichtum stellt er seit Jahren unter Beweis. Mal wird er zum Teil der Chinesischen Mauer, mal zu einem Stück Kohlehaufen, mal zu einem Warenregal im Supermarkt. Oftmals kommt der Betrachter ihm nur über Details auf die Schliche. Zehenspitzen etwa, eine Welle im Haar, ein Knopf an seiner Jacke.

Die Bilder die nun aus Paris um die Welt gehen, lassen den Zuschauer Zeuge des Entstehungsprozesses werden. Liu stellt sich zunächst in normaler Kleidung vor seinen ausgewählten Hintergrund. In der französischen Hauptstadt ist es die Treppe in der Empfangshalle des Grand Palais. Helfer rücken ihm dort umgehend mit dem Pinsel zu Leibe. Liu Bolin kontrolliert das Geschehen über einen Laptop, der seine Veränderung in Bildern dokumentiert.

Hier wird deutlich: Seine Kunst ist das Ergebnis einer ungemein aufwändigen Prozedur. Die Vorbereitungen für ein jedes Foto sind langwierig und kosten viel Zeit: Bis zu zehn Stunden braucht Liu Bolin für eines seiner Versteck-Bilder.

(pst)