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Monicelli begeht in Klinik Selbstmord: Italienischer Filmregisseur stürzt in den Tod

Monicelli begeht in Klinik Selbstmord : Italienischer Filmregisseur stürzt in den Tod

Rom (dapd). Der italienische Filmregisseur Mario Monicelli ist tot. Der 95-Jährige starb am Montagabend nach einem Sprung aus dem Fenster im fünften Stock eines Krankenhauses, wie die Klinik in Rom mitteilte.

Monicelli wurde im Krankenhaus San Giovanni wegen Prostatakrebs behandelt.

Als Filmemacher machte sich Monicelli vor allem mit Komödien einen Namen. Er arbeitete in den 40er, 50er und 60er Jahren mit einigen der größten Stars des italienischen Kinos zusammen. uUnter anderem drehte er mit Vittorio Gassman, Marcello Mastroianni und Claudia Cardinale 1958 den Film "Diebe haben's schwer" ("I soliti ignoti").

Für seinen ein Jahr später realisierten Film "Man nannte es den großen Krieg" ("La grande guerra") erhielt er einen Goldenen Löwen beim Filmfestival von Venedig und eine Oscar-Nominierung. Monicelli arbeitete auch für das Fernsehen und für das Theater.

Für seine Filme "Casanova '70" und "I Compagni" ("Die Peitsche im Genick") wurde er 1965 beziehungsweise 1963 zweimal für den Oscar nominiert. Auch als Drehbuchautor hatte der zuletzt schwer kranke Monicelli gearbeitet. 1991 wurde er beim Filmfest von Venedig mit einem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Ins Filmmetier stieg der 1915 in Viareggio in der Toskana geborene Filmemacher bereits im Alter von 19 Jahren ein, als er gemeinsam mit seinem Freund Alberto Mondadori erste Kurzfilme drehte. Danach arbeitete er als Drehbuchautor oder Regieassistent, bevor er ab 1953 selbst Regie führte.

Bis Ende der 70er Jahre hatte Monicelli große Erfolge mit seinen ironischen und humorvollen Studien der damaligen Gesellschaft, in denen meist der sogenannte "kleine Mann" im Zentrum stand. Monicelli engagierte sich auch politisch. Er war bis zuletzt ein heftiger Kritiker von Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi.

In einem Interview mit der Zeitschrift "Vanity Fair" hatte Monicelli 2007 gesagt, er fürchte den Tod nicht. "Der Tod macht mir nicht Angst, er stört mich", sagte er. "Es stört mich zum Beispiel, dass jemand morgen noch da sein kann und ich nicht."

(apd/AFP/das)