For Forest in Klagenfurt: Warum ein Wald in einem Fußballstadion steht

Kunstprojekt in Klagenfurt : Warum ein Wald in einem Fußballstadion steht

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Mitten im Fußballstadion von Klagenfurt stehen aktuell 299 Bäume. Bereits am ersten Tag haben sich Tausende die Installation angeschaut.

Die Kunstinstallation „For Forest“ aus 299 Bäumen im Fußballstadion von Klagenfurt (Österreich) hat am Sonntagnachmittag offiziell ihre Pforten geöffnet. Mehrere tausend Besucher kamen, um sich das als Mahnmal gegen Naturzerstörung und Klimawandel gedachte Projekt anzuschauen.

Die Installation stellt einen Mischwald aus Birken, Zitterpappeln, Stieleichen, Lärchen, Waldföhren und weiteren Bäumen dar, den es so wegen der weit verbreiteten Monokulturen in der Natur nicht mehr oft gibt. In den Eröffnungsreden wurde dieses Thema ebenso angesprochen wie der Klimawandel und die Vernichtung des Regenwaldes. Österreichs Präsident Alexander Van der Bellen wies in seiner Grußbotschaft darauf hin, welch große Wirkung Kunst erzielen könne.

Das seit sechs Jahren geplante Projekt im Wörthersee-Stadion lehnt sich an die Zeichnung des österreichischen Malers Max Peintner „Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur“ an. Sie zeigt ein Stadion voller Zuschauer, die einen Wald betrachten.

Die Kunstinstallation greift die zentrale Frage auf, ob der Wald bald nur noch als Schauobjekt wie in einem Museum zu bewundern ist. „Der Zeitpunkt ist mir ein bisschen unheimlich. Es kommt so was von punktgenau“, sagte der Schweizer Projektinitiator Klaus Littmann vor der Eröffnung angesichts des Klimawandels, der Brandrodungen etwa am Amazonas und des Waldsterbens.

Verwirklicht hat das Projekt der Schweizer Landschaftsarchitekt Enzo Enea. Die etwa 50-jährigen Bäume mit einer Höhe von rund 15 Metern stammen aus Baumschulen. Nach der bis zum 27. Oktober dauernden temporären Installation soll der Wald auf einem nahe gelegenen Grundstück genauso wie im Stadion eingepflanzt werden.

(felt/dpa)
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