Ausstellung Fotograf Thomas Hoepker: Fast vergessene DDR-Ansichten

Ausstellung Fotograf Thomas Hoepker : Fast vergessene DDR-Ansichten

Berlin (RPO). Gefühlt ist das Ende der DDR schon eine halbe Ewigkeit her. Viele Bilder, die den Alltag jenseits der Mauer bestimmt haben, sind bereits in Vergessenheit geraten. Der Fotograf Thomas Hoepker ist viele Jahre lang immer mal wieder "drüben" gewesen und Fotos gemacht, die inzwischen einen hohen zeitgeschichtlichen Wert haben. Jetzt werden seine "DDR Ansichten" in einer Ausstellung gezeigt.

In der Ausstellung begegnet man bislang schon vergessenen Impressionen eines vergangenen Regimes. Stolze Paraden der FDJ, organisiertes Volksgetümmel und stramme Soldaten formen ein lebendiges Sittenbild der DDR.

Als Gegenpol findet und setzt Hoepker scheinbar alltägliche Szenen des Alltags ins Bild: Kinder, die zwischen verrotteten Häuserfluchten mit Spielzeuggewehren spielen, ein ehemaliger Funktionär inmitten eines Panzerfriedhofs und desolat wirkende Menschen, die ihren neuen Platz zwischen dem Gestern und der neugewonnenen Freiheit im gewohnten Umfeld zu suchen scheinen.

Auch werden immer wieder typische Markenzeichen der DDR, wie der Trabant, die Fahne mit Hammer und Sichel oder das Bildnis Honekers aufgegriffen.

Humanistisch gefärbte Bildsprache

Hoepker, 1936 in München geboren, begann bereits mit 14 Jahren die ersten Versuche mit einer Plattenkamera. Nach einem Studium der Kunstgeschichte und Archäologie in München und Göttingen intensivierte er seine Aktivitäten als Fotograf, um ab 1959 regelmäßig für Zeitschriften und Jahrbücher zu arbeiten.

Sein festes Engagement bei der Illustrierten "Stern" führte ihn auf alle Kontinente. Immer wieder war er in Elendsgebieten der Welt im Einsatz und arbeite über die Jahre seine subtile, humanistisch gefärbte Bildsprache heraus, die später unter dem Begriff 'concerned photography' etabliert wurde.

Trotz künstlerischer Qualität und einer unverkennbaren Narration innerhalb seiner Serien blieb Hoepker jedoch all die Jahrzehnte hindurch dem klassischen Fotojournalismus treu. 1964 gipfelte dies in seiner Ernennung als erstes deutsches Mitglied der berühmten Foto-Agentur Magnum, dessen Vizepräsident und Präsident er in den darauf folgenden Jahren wurde.

Thomas Hoepker: 'DDR Ansichten'
27. Mai bis 9. Juni 2011
Galerie Hiltawsky
Tucholskystraße 41
Berlin

Hier geht es zur Bilderstrecke: Prominente mit Wurzeln in der ehemaligen DDR

(csr/top)
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