Universale Schönheit gibt es nicht: Esther Honig ließ sich in 25 Ländern photoshoppen

Universale Schönheit gibt es nicht : Esther Honig ließ sich in 25 Ländern photoshoppen

Die Künstlerin Esther Honig schickte ihr Porträt an Photoshop-Künstler in 25 verschiedenen Ländern, jeweils versehen mit einer Bitte: "Mach mich schön!" Das Ergebnis offenbart, wie sehr sich Schönheitsideale unterscheiden.

McDonalds, das westliche Lebensideal, die weltweite Dominanz von Design-und Mode-Konzernen — schon oft wird wurde beklagt, im Zeitalter der Globalisierung passten sich Standards immer weiter aneinander an. Das Experiment, das die junge Amerikanerin Esther Honig (24) austestete, legt andere Schlussfolgerungen nahe.

Sie schickte ein Porträt-Foto von sich in alle Welt, das sie schlicht und ganz natürlich zeigt, ungeschminkt, die Haare zusammengesteckt, kein Schmuck und keine Kleider. Sie wollte herausfinden, wie sehr sich kulturelle Schönheitsideale voneinander unterscheiden.

Honig ist keine Wissenschaftlerin. Bloß neugierig. Ohne nennenswertes Budget bediente sie sich eines einfachen Instruments: Auf der Website "Fiverr" bieten Menschen weltweit ihre Dienste für einen Gegenwert von fünf Dollar an. Auch Photoshopper.

Eben diese schrieb die Amerikanerin mit der Aufforderung an: Macht, dass ich schön aussehe". Ihr Foto ging nach Vietnam, Argentinien, Italien, Bangladesch, Großbritannien und zahlreiche anderen Länder, insgesamt mehr als 25, wie sie auf ihrer Website schreibt, wo sie ihr Experiment erläutert. Titel "Before and after".

Sie hoffte, die Bildbearbeitungs-Künstler würden auch ihre kulturell geprägten Ansichten von dem, was "schön" ist, mit einfließen lassen. Und Volltreffer: Was Esther Honig an bearbeiteten Porträts zugesandt wurde, unterscheidet sich auf teils erstaunliche Weise.

In Marokko wurde sie bekleidet, Kopftuch inklusive, in Griechenland mit pinkem Lidschatten versehen, in Deutschland noch blasser, die Haare mit einem Rotstich eingefärbt. Für deutsche Augen eher befremdlich fiel die Bearbeitung beispielsweise in Indien aus, wo Esther zu einer Art Ölgemälde stilisiert wurde. Aber auch der Photoshopper aus den USA verfremdete sie, verformte die Augen und legte ihr langes Haar auf die Schulter.

Die Ergebnisse des Foto-Experiments sind nicht repräsentativ. Es war dem Zufall überlassen, inwieweit auch individueller Vorlieben der einzelnen Künstler mit einflossen oder auch überhaupt professionellen Ansprüchen an einen Foto-Designer gerecht werden konnte. Doch in der Summe wird deutlich: Die Welt ist durch ihre Unterschiede immer noch eine bunte. Und schön sowieso.

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(pst)