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Fotograf Guido Mangold: Der Mann, der Uschi Obermaier entdeckte

Fotograf Guido Mangold : Der Mann, der Uschi Obermaier entdeckte

Düsseldorf (RPO). Eigentlich wollte Guido Mangold Konditor werden. Gut, dass daraus nichts geworden ist. Statt leckerer Torten hat er der Welt so nämlich eine Menge aufregender Fotos geschenkt: Seien es geheimnisvolle afrikanische Schönheiten, Uschi Obermaier in der Kommune 1, Joseph Beuys oder auch die Kennedys oder Konrad Adenauer. Eine Ausstellung zeigt jetzt sein Werk, wir einige Highlights daraus.

Guido Mangold zählt zu den renommiertesten deutschen Landschafts- und Magazin-Fotografen nach 1945. Nach seiner Konditorausbildung entschied er sich bald für die Fotografie und studierte bei Otto Steinert an der Werkkunstschule Saarbrücken und der Folkwang Schule in Essen.

Über die Veröffentlichung einer psychologisch einfühlsamen Bildserie über den Alltag im Krankenhaus wurde Willy Fleckhaus auf den jungen Fotografen aufmerksam. Fleckhaus, zu der Zeit gleichzeitig als Chefredakteur von "twen" als auch für das Layout der Münchner Illustrierten Quick verantwortlich, engagierte Mangold für "Quick" als internationalen Fotoreporter.

Mangold fotografierte Situationen, die im Stil der Life-Fotografie im Sinne des "human interest" die Lebensverhältnisse von Menschen in beeindruckenden Portraits dokumentierten, wie die Darstellung eines blinden Leprakranken mit seinem Kind oder die Reportage über Beatniks in Paris veranschaulichen.

Berühmt geworden ist Mangold als Entdecker und Fotograf des legendären Covergirls Uschi Obermaier, die er während einer mehrwöchigen Pauschalreise in Kamerun für "twen" mit der Kamera begleitete. Diese Bildstrecke markierte den Beginn von Uschi Obermaiers Karriere als international gefragtes Topmodel und "schönste Kommunardin Deutschlands". Neben Aktaufnahmen erschienen in twen auch immer wieder Mangolds Farbportraits von Künstlern wie Alex Colville, George Segal, Duane Hanson, Nancy Grossman, Lambert Maria Wintersberger oder Daniel Spoerri.

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Im Auftrag von "Geo" und "Merian" führte er mehr als 70 Reportagen aus und realisierte zahlreiche Bücher wie eine Langzeitdokumentation über die Alpen. In der Regel bereitete sich Mangold auf die zu erkundende Landeskultur im Vorfeld akribisch vor. Eine gelungene Aufnahme war somit das Ergebnis harter Arbeit und sorgfältiger Planung, gepaart mit langjähriger Erfahrung für das Erkennen des richtigen Augenblicks. "Man sieht nur, was man weiß" — Goethes bekannte Erkenntnis hat sich der Fotograf als Lebensmotto zu eigen gemacht.

Guido Mangold — Fotografien 1958 bis heute
Ausstellung im Münchner Stadtmuseum / Sammlung Fotografie
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
21. Mai - 12. September 2010

Hier geht es zur Bilderstrecke: Faszinierende Vulkan-Fotografie

(csr/top)