Frankfurter Buchmesse: Claudio Magris erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Frankfurter Buchmesse: Claudio Magris erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Frankfurt/Main (RPO). Die Feier zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat am Sonntagmorgen in der Frankfurter Paulskirche begonnen. Preisträger ist in diesem Jahr der italienische Autor Claudio Magris.

Die Jury begründete die Wahl von Magris damit, dass sich der Literaturwissenschaftler, Essayist und Romancier "wie kaum ein anderer mit dem Problem des Zusammenlebens und Zusammenwirkens verschiedener Kulturen beschäftigt hat". In seiner ganz eigenen literarischen Weise hebe er dabei hervor, "wie kreativ die Verschiedenheit sein kann, wenn sie denn in ihrer Eigenart geachtet und beachtet wird".

Die Laudatio sollte der Historiker Karl Schlögel halten.

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels gilt als eine der bedeutendsten literarischen Auszeichnungen in Deutschland. Seit 1950 wird er alljährlich am Sonntag während der Frankfurter Buchmesse überreicht. Die Verleihungsfeier in der Paulskirche gilt als Höhepunkt der Bücherschau.

Ausgezeichnet wird laut Statut eine Persönlichkeit, "die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat".

Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels gestiftet. Ein Stiftungsrat wählt die Preisträger aus. Seine elf Mitglieder - vier Verleger und Buchhändler sowie sieben weitere Persönlichkeiten - entscheiden mit einfacher Mehrheit.

Erster Preisträger war 1950 der nach Norwegen emigrierte deutsche Schriftsteller Max Tau, der für seine Verdienste um die Versöhnung der Völker und Rassen ausgezeichnet wurde. Es folgten unter anderem Albert Schweitzer, Theodor Heuss, Max Frisch, Astrid Lindgren, Vaclav Havel, Mario Vargas Llosa, Jürgen Habermas, Susan Sontag und im vergangenen Jahr der Maler und Bildhauer Anselm Kiefer.

(AP/jre)
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