Banksy: Schimpansen-Gemälde für Rekordsumme verkauft

Britisches Parlament voller Affen : Schimpansen-Gemälde von Banksy für 11 Millionen Euro versteigert

Der Zeitpunkt könnte kaum passender sein: Ein Gemälde des Künstlers Banksy, das das britische Parlament voller Affen zeigt, kam in London unter den Hammer. Ein Unbekannter erhielt im Auktionshaus Sotheby's den Zuschlag – für das Fünffache des vorab geschätzten Erlöses.

Das größte bekannte Banksy-Gemälde, das das britische Unterhaus voll besetzt mit Schimpansen zeigt, ist für mehr als elf Millionen Euro verkauft worden. Das Londoner Auktionshaus Sotheby's gab den Verkaufspreis für das Werk mit dem Titel „Devolved Parliament“ („Dezentralisiertes Parlament“) auf seiner Internetseite am Donnerstagabend mit 9,8 Millionen Pfund (11,06 Millionen Euro) an. Zu dem Käufer gab es keine Angaben. Sotheby's hatte vorab mit einem Erlös von 1,5 bis 2 Millionen Pfund gerechnet.

„Unabhängig davon, auf welcher Seite man in der Brexit-Debatte steht, gibt es keinen Zweifel, dass dieses Werk heute relevanter ist als jemals zuvor“, hatte Sotheby's vor der Auktion erklärt. Banksy habe die „kompliziertesten politischen Situationen der Gesellschaft“ in nur einem einzigen Bild destilliert, schwärmte Alex Branczik, der bei Sotheby's für zeitgenössische europäische Kunst verantwortlich ist.

In der Nacht zu Freitag meldete sich Banksy mit einer kritischen Stellungnahme selbst zu Wort. „Eine Schande, dass es nicht mehr mir gehörte“, schrieb er auf Instagram und postete dazu ein Zitat des Kunstkritikers, Robert Hughes.

Darin heißt es, Kunstwerke seien zum „speziellen Eigentum von jemandem geworden, der es sich leisten kann“, anstatt das „gemeinschaftliche Eigentum der Menschheit zu sein“, wie es bei Büchern der Fall sei. „Angenommen jedes lohnenswerte Buch würde eine Million Dollar kosten - stellen Sie sich vor, welch katastrophale Auswirkung das auf die Kultur hätte.“

Das monumentale Gemälde, das mehr als vier Meter lang und zweieinhalb Meter hoch ist, wurde vor rund zehn Jahren geschaffen und war erstmals 2009 in einer Ausstellung in Bristol zu sehen. Damals hieß es noch „Question Time“ („Fragestunde“). Der Künstler arbeitete es später um. Unter anderem ließ er die Lampen an der Decke verlöschen. Die Banane, die ein Affe im Vordergrund in der Hand hält, zeigt nun nach unten statt nach oben. Kurz vor dem ursprünglich geplanten Brexit-Datum am 29. März dieses Jahres war es erneut in einer Ausstellung in Bristol zu sehen.

Banksys Identität gibt bis heute Rätsel auf. Bekannt ist nur, dass er aus Bristol stammt und Ende der 90er Jahre nach London kam. Einen Namen machte er sich mit seinen gesellschaftskritischen und meist kontroversen Motiven.

(atrie/dpa)
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