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Unesco-Welterbe: 26 neue Welterbe-Stätten ausgewählt

Unesco-Welterbe : 26 neue Welterbe-Stätten ausgewählt

Die Zahl der Welterbe-Stätten steigt in Richtung 1000. 26 Orte nimmt die Unesco neu in ihre Liste auf. In Deutschland gehört nun das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth zum Welterbe. Doch die Freude über die Neuzugänge wird überschattet von der Sorge um das Welterbe Timbuktu.

Das Welterbe-Komitee nahm die Wüstenstadt Timbuktu im westafrikanischen Krisenland Mali in seine Rote Liste auf. Das Thema hat Priorität, sagte eine Unesco-Sprecherin. "Sie begehen ein Verbrechen gegen die Geschichte der Welt", kritisierte der Unesco-Afrikaexperte Lazare Eloundou Assomo die Islamisten in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

In den vergangenen Tagen hatten Islamisten mehrere Mausoleen und die Sidi-Yahya-Moschee in Timbuktu zerstört. Die Verwüstung der geschützten Heiligtümer im Norden Malis sei "durch nichts zu rechtfertigen und inakzeptabel". Die Unesco rief die internationale Gemeinschaft zum Schutz der "Perle der Wüste" auf, die seit 1988 zum Weltkulturerbe zählt.

Israel kritisiert Unesco

Einen besonderen Grund zur Freude hatten hingegen die Republik Kongo, Palau und Tschad sowie die Palästinensischen Autonomiegebiete. Sie sind alle erstmals auf der begehrten Welterbe-Liste vertreten. Für Aufregung hatte vor allem die Ernennung der Geburtskirche Jesu Christi und des Pilgerwegs in Bethlehem auf Antrag der Palästinenser gesorgt. Vor allem Israel kritisierte die Entscheidung als politisch. Als letztes kürte das zuständige Komitee in St. Petersburg am Montag den russischen Naturpark Lena-Felsen in Sibirien zum Weltnaturerbe, wie die Unesco mitteilte.

Weltweit tragen nun 962 Stätten den begehrten Welterbe-Titel, davon 37 in Deutschland. Bedingung für eine Aufnahme sind etwa der außergewöhnliche universelle Wert der Stätte sowie ein Plan, der den Erhalt für zukünftige Generationen sicherstellt.

NRW wählt Ruhrgebiet zum Kandidaten für 2013

In Deutschland hat bereits das Auswahlverfahren neuer Stätten begonnen, die nächstes Jahr ins Rennen um den Unesco-Welterbe-Status gehen sollen. In NRW hat eine unabhängige Jury die "Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet" dafür ausgewählt. Ebenfalls vorgeschlagen waren die Müngstener Brücke in Solingen, die Mies-van-der -Rohe-Häuser in Krefeld, der historische Stadtkern Düsseldorf-Kaiserswerth, das Schloss und der Park Benrath, der Prinzipalmarkt in Münster sowie der Fundort Neanderthal in Mettmann.

Das Ruhrgebiet muss sich nun aber noch im bundesweiten Wettbewerb durchsetzen, um 2013 als Welterbe-Kandidat anzutreten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 2012: Die 26 neuen Welterbestätten

(dpa)