20 Jahre nach Diebstahl: Kunstdetektiv spürt Picasso-Bild „Buste de Femme" auf

20 Jahre nach Diebstahl : Kunstdetektiv spürt Picasso-Bild „Buste de Femme“ auf

Ein Privatdetektiv aus den Niederlanden hat ein Bild von Pablo Picasso aufgespürt, das vor 20 Jahren aus der Yacht eines reichen Saudi-Arabers gestohlen wurde. Das Kunstwerk soll mindestens 25 Millionen Euro wert sein.

Arthur Brand sagte am Dienstag, er habe das Bild „Buste de Femme“ nach jahrelangen Ermittlungen in Amsterdam vor zwei Wochen gefunden. Es sei vermutlich an die 35 Millionen Euro wert. Er habe gewusst, dass es echt ist, sobald er es in den Händen gehalten habe. „Du weißt, dass es ein Picasso ist, weil etwas Magisches von ihm ausgeht“, erklärte er. Er habe das Bild einer Versicherung übergeben.

Der Kunstdetektiv war dem Bild nach Tipps aus der Unterwelt auf die Spur gekommen, wie die Zeitung „De Volkskrant“ am Dienstag berichtet. Die niederländische Polizei bestätigte, dass das Bild gefunden wurde.

Picasso malte „Buste de Femme“ 1938. Sein Wert wird heute auf 25 Millionen Euro geschätzt. Unbekannte hatten das Bild 1999 von der Jacht eines saudischen Geschäftsmannes im südfranzösischen Antibes gestohlen.

Die Polizei sei von dem Detektiv informiert worden und habe auch Kontakt zu den französischen Ermittlern aufgenommen, sagte ein Sprecher der dpa. „Da der Diebstahl verjährt ist, ermitteln wir nicht mehr.“

„Das Gemälde ist noch in gutem Zustand“, sagte Kunstdetektiv Brand der Zeitung. Die Versicherung hatte damals eine Belohnung von 400.000 Euro ausgesetzt, dennoch fehlte von dem Kunstwerk lange Zeit jede Spur. 2015 bekam der bekannte Detektiv erstmals einen Hinweis. Nach langer Suche stieß er dann, wie er selbst sagte, auf einen Geschäftsmann, in dessen Besitz sich das Gemälde befand. Dieser soll es als Bezahlung bekommen haben. Er wollte es zurückgeben, nachdem er von dem Diebstahl gehört hatte. Das Bild ist nach Angaben des Detektivs inzwischen der Versicherung übergeben worden. Zwei Experten hätten zuvor die Echtheit bestätigt.

Brand war 2015 weltweit bekannt geworden, als er in Deutschland zwei Bronzepferde des NS-Bildhauers Josef Thorak wiederfand, die einst vor Adolf Hitlers Reichskanzlei in Berlin gestanden hatten und nach dem Mauerfall verschwunden waren. Ein Jahr später sorgte er erneut für Aufsehen, als er aus einem niederländischen Museum gestohlene Gemälde aus dem 17. und 18. Jahrhundert in der Ukraine aufstöberte.

(felt/dpa/AFP)
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