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Kulturtipps zum Wochenende: Bill Gates, Hörspiel-Krimi und ein Ausflug nach China

Kulturtipps zum Wochenende : Einmal auf die Chinesische Mauer und zurück

Der Klimawandel aus ungewohnten Blickwinkeln betrachtet, eine Fundgrube für Unterhaltung zum Hören und ein Ausflug in die Welt – auch vom Sofa aus kann man viel erleben.

Fasziniert und erschrocken zugleich hat mich die Doku „Rentiere auf dünnem Eis“ aus der Reihe Terra X. Der preisgekrönte Film von Henry Mix und Baas Schwarz zeigt die Folgen der Erderwärmung aus einem ungewohnten Blickwinkel: Seit Jahrtausenden führen die Nenzen im arktischen Sibirien ihre Rentierherden durch die Tundra. Beim Pendeln zwischen Sommer- und Winterweiden wandern Mensch und Tier auf uralten Pfaden. Doch heute müssen sie ums Überleben bangen, denn die alten Wanderrouten über den Fluss Ob sind nicht mehr sicher. Hält das Eis die Herde? Der Klimawandel hat die Nomaden eingeholt. Wie im Fieber liegt ihr Heimatland am russischen Polarkreis. Ihre Bewohner spüren die Folgen auf vielfältige Arten. So setzt der tauende Permafrostboden nicht nur Unmengen an Treibhausgas frei, sondern fördert auch Urzeitknochen zutage - und urzeitliche Gefahren. Grandiose Naturaufnahmen und bedrückende Einblicke. Einfach sehenswert. (ARD Mediathek)

Passend dazu lohnt sich ein Blick in das neue Buch von Bill Gates: „Wie wir die Klimakatastrophe verhindern“. Der Microsoft-Gründer setzt sich seit Jahren in seiner Stiftung für globale Gesundheit und Entwicklung ein. Sein Credo: Wir müssen den Ausstoß der Treibhausgase auf Null drücken (aktuell sind es nach seinen Angaben jährlich rund 51 Milliarden Tonnen weltweit).  In zwölf Kapiteln nähert sich Gates dem Problem und möglichen Lösungen. Der Softwareentwickler ist überzeugt: Grüne Technik ist der Schlüssel für die Klimawende. Dass es leicht wird, behauptet er nicht. Aber er zeigt Chancen und Möglichkeiten auf. Gates erklärt plausibel und verständlich auch kompliziertere Zusammenhänge. Die Politik sei gefordert, aber auch jeder Einzelne könne etwas tun. Sympathisch dabei: Der Autor schreibt nicht besserwisserisch und mit erhobenem Zeigefinger. Im Gegenteil. Er räumt auch sein eigenes schlechtes Gewissen ein, denn sein eigener CO2-Fußabdruck sei noch immer viel zu groß. (Bill Gates: „Wie wir die Klima Katastrophe verhindern“, Piper-Verlag, 320 Seiten, gebundenes Buch: 22 Euro)

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Abschalten und einfach mal Stöbern empfehle ich auf der Seite „gratis-hoerspiele.de“. Hier gibt es Podcasts und Hörspiele für jeden Geschmack: Krimis, Wissenssendungen, Dokus, jede Menge Unterhaltsames für Kinder und vieles mehr.  Absolut hörenswert ist der ARD Radio-Tatort mit der Task Force Hamm. Die Kommissare Lenz, Scholz und Latotzke genießen in ihrer wachsenden Fangemeinde Kultstatus. Die Handlung der Episoden ist fast zweitrangig, Reinhören lohnt allein schon der schrägen Typen wegen: Task Force-Leiter Scholz (Uwe Ochsenknecht) wurde wegen seiner Spielsucht nach Hamm strafversetzt und fühlt sich eigentlich zu Höherem berufen. Sein Kollege Felix Lenz (Matthias Leja) eigentlich ein loyaler Polizist, neigt zu Alkoholgenuss und aggressiven Ausfällen. Die besten Ortskenntnisse und das schlichteste Gemüt hat Georg Latotzke, ein echtes Hammer Urgestein. Und Dienststellenleiter Vorderbäumen (Hans Peter Hallwachs) vertreibt sich seine Langeweile am Schreibtisch am liebsten mit Möbelverkäufen.

Zum Abschluss noch ein Reisetipp für alle, die noch nicht Mallorca gebucht haben:  Spannende Ausblicke vom heimischen Sofa aus habe ich auf der Seite geo.de entdeckt. Hier kann man zum Beispiel ganz bequem einen Ausflug auf die Chinesische Mauer unternehmen. Einzelne Abschnitte der 21.000 Kilometer langen Grenzbefestigung lassen sich mühelos erkunden und machen Lust auf mehr. Wem das zu weit ist, der kann durch Schloss Versailles spazieren oder einen Blick auf das Taj Mahal riskieren (hier leitet geo automatisch weiter zur Seite artsandculture von google).

Da möchte ich hin, wenn Corona irgendwann einmal vorbei ist.