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Kulturtipps mit Gustav Mahler und der Klutert Höhle

Kulturtipps zum Wochenende : Eine Reise mit Gustav Mahler und ein Osterbesuch in der Höhle

Wir werfen einen Blick aufs Meer und auf das Leben eines großen Komponisten. Dazu passen österliche Musik und eine Eiersuche in unterirdischen Welten aus Stein.

Lesetipp: Wenn ich ein neues Buch von Robert Seethaler sehe, greife ich grundsätzlich zu. Er gehört definitiv zu meinen Lieblingsautoren. So fiel mir letztlich rein zufällig das neu aufgelegte Taschenbüchlein „Der letzte Satz“ des österreichischen Schriftstellers in die Hände. Seethaler beschreibt darin die letzte Reise des Komponisten Gustav Mahler. Der, schon vom Tod gezeichnet, überquert ein letztes Mal den Atlantik von New York nach Europa. Ein Kenner von Mahlers Musik muss man für dieses Buch nicht sein. Darüber erfährt man so gut wie nichts. Seethaler lässt Mahler vielmehr zurückblicken auf die großen und kleinen Momente seines Lebens. Auf schwere und schöne, oftmals ganz private Episoden. Der Tod der Tochter, das nicht immer einfache Leben mit Alma, der Liebe seines Lebens, Begegnungen mit Sigmund Freud und Auguste Rodin. Es ist das unstete Leben eines ewig Getriebenen, der schon zu Lebzeiten Ruhm erlangt. Als Komponist, Dirigent und Operndirektor bejubelte man Mahler in Wien, New York und Paris. Und obwohl von diesem Mann an Deck des Schiffs, in Decken gehüllt, fiebernd und von Schmerz geplagt kaum etwas übrig ist, merkt man eines: Dieser Mensch, der den Tod im Nacken spürt, hängt am Leben. Seethaler schreibt extrem dicht, beinahe lakonisch. Einfach so, dass man immer weiterlesen muss. Wer sein Werk „Ein ganzes Leben“ kennt, weiß was gemeint ist. Dieses buch ist keine Biographie, vielmehr ein unterhaltsamer Ausflug in eine andere Welt.

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Musiktipp: Wer nach diesem Buch Lust auf eine Kostprobe von Gustav Mahlers Musik bekommen hat, dem empfehle ich passend zur Osterzeit die „Auferstehungssymphonie“ des österreichischen Komponisten. Ursprünglich heißt sie Sinfonie Nr. 2 in c-moll. Seinen Beinamen erhielt das Werk aus dem Text: Im 5. und damit letzten Satz vertonte Mahler das Gedicht „Die Auferstehung" von Friedrich Klopstock. „Aufersteh’n, ja auferstehn wirst du". Aufnahmen der Auferstehungssymphonie finden sich zahlreich im Internet, in verschiedenen Interpretationen international bekannter Orchester unter berühmten Dirigenten.

Ausflugstipp: Wussten Sie, dass wir in NRW eines von bundesweit vier Nationalen Naturmonumenten besitzen? Es ist die Kluterthöhle in Ennepetal. Vor rund 385 Millionen Jahren hat die Natur dieses Riff mit seinen Höhlengängen gebildet – heute können Besucher in den Gängen des unterirdischen Labyrinths Seen und versteinerte Lebewesen bestaunen. Seit 1954 darf sich die Kluterthöhe übrigens Klimahöhle nennen, wegen des besonderen Mikroklimas, das Menschen mit Atemwegsbeschwerden als Therapie nutzen.

Regelmäßig gibt es hier Führungen und Events zu verschiedenen Themen, etwa die Höhlenklänge oder, zur Osterzeit spezielle Angebote für Familien – Osterüberraschungen für kleine Besucher inklusive. Infos unter www.kluterthoehle.de.