Kulturförderung in NRW: Mehr Geld für Orchester und Theater

Kulturförderung in NRW : Mehr Geld für Orchester und Theater

Ministerium verteilt jährlich rund zehn Millionen Euro an besondere Projekte.

Die Intendanten von 13 Stadttheatern von Bielefeld bis Aachen hatten gestern im Verein mit der unverhofften Frühlingssonne gut lachen. Sie dürfen in den kommenden drei Jahren, mit insgesamt 9,2 Millionen Euro aus dem Fördertopf der Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, „Neue Wege“ beschreiten.

So heißt das neue, bundesweit einmalige Programm, mit dem (neben der im letzten Jahr beschlossenen Stärkung der Basis kommunaler Theater) die Häuser ihr künstlerisches und gesellschaftliches Profil stärken sollen. „Wir ermutigen die Theater, einen höheren Grad an Exzellenz zu erlangen, auf der Basis des Bestehenden Neues zu entwickeln, das nachhaltig Wirkung entfaltet“, sagt die Ministerin bei der Vorstellung der Projekte im Landtag.

25 Theater hatten sich mit 31 Projekten um die Förder-Millionen beworben, die Pfeiffer-Poensgen im vergangenen Jahr angekündigt hatte. In knapp drei Monaten waren die Konzepte zu entwickeln, eine Jury entschied in zwei Runden im April über die Vergabe der Mittel, die zwischen 260.000 und 1,1 Millionen Euro liegen. Christian Esch, Direktor des Kultursekretariats NRW und Jurypräsident, lobte das „breite und vielfältige Spektrum“ der Anträge. Dabei seien besonders nachdrücklich die Themen Stadtgesellschaft und Partizipation im Zentrum vieler Konzepte gestanden.

In die Entscheidung waren neben Städtetag und Bezirksregierung auch die entsprechenden Kulturdezernenten eingebunden. Sie mussten sich verpflichten, den Theatern das Fördergeld nicht an anderer Stelle wieder abzuknapsen. Michael Schmitz-Aufterbeck, Sprecher der Intendantenkonferenz und Intendant in Aachen, sprach von einer erheblichen Minderung des finanziellen Drucks und äußerte die Hoffnung, dass die geförderten Projekte nach drei Jahren „Normalität“ würden. Sein Haus beispielsweise kann sich jetzt den Ausbau der Barock-Sparte im Orchester leisten.

Am Theater Krefeld und Mönchengladbach wird das vorhandene Opernstudio mit „Jungem Theater“ in Schauspiel und Tanz verknüpft, nebst Stellen in der Orchesterakademie. Das Musiktheater im Revier wird eine Puppentheater-Sparte integrieren, am Schauspiel Wuppertal erhalten integrative Theaterprojekte einen verlässlichen Rahmen, Münster installiert gar ein neues Dramenlabor.

Für November kündigte Pfeiffer-Poensgen die nächste Förder-Runde an, bis zur Wahl 2022 ist noch eine weitere geplant, jeweils werden rund zehn Millionen Euro vergeben. Alle Projekte sind auf drei Jahre ausgelegt.

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